AGES-Studie bestätigt Verfügbarkeit Gentech-freier Futtermittel

AMA muss Gentech-Freiheit in Kriterienkatalog aufnehmen

Wien. (OTS) - Die heute veröffentlichte "Machbarkeitsstudie zur Auslobung `gentechnikfrei` und Vermeidung von GVO bei Lebensmittel aus tierischer Erzeugung" der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) und der Universität für Bodenkultur Wien im Auftrag von Agrarmarkt Austria (AMA), dem Wirtschafts- und Gesundheitsministerium sagt klar: Die Verfügbarkeit Gentech-freier Rohstoffe im Futtermittelbereich ist sowohl kurz- als auch mittelfristig gegeben. Das heißt konkret, Futtermittelrohstoffe aus Soja, Mais, Getreide, Erbsen, Raps, Sonnenblumen etc. sind auch zukünftig in Gentechnik-freier Qualität am Markt verfügbar. "Obwohl uns die Erkenntnis über die Verfügbarkeit Gentech-freier Rohstoffe nicht wirklich überrascht, freut es uns natürlich, dass es mit Vorliegen dieser Studie keine Ausrede mehr für die AMA gibt. Wir erwarten, dass die AMA die Gentech-freien Rohstoffe im Futtermittelbereich ab sofort als Kriterium für die Erlangung des AMA-Siegels aufnimmt", so Susanne Fromwald, Gentechnik-Expertin bei Greenpeace.

Ein weiterer interessanter Punkt in der Studie weist auf die perspektivische Ersetzbarkeit von bis zu 40 Prozent der zumeist aus Südamerika importierten Soja durch heimischen Raps. "Ein Austausch südamerikanischer Soja durch heimischen Raps freut uns als Umweltschutzorganisation natürlich besonders. Einerseits würden unnötige Transportkilometer von Futtermitteln von Südamerika nach Österreich gespart, andererseits würde eine solche Umstellung zum Schutz des südamerikanischen Regenwaldes beitragen, da große Mengen Regenwaldes dem Anbau von Soja geopfert werden. Und das Problem mit der Gentechnik wäre natürlich auch gelöst, da heimischer Raps sicher Gentech-frei ist. Alles in allem also ein sehr erfreuliches Szenario, das darüber hinaus auch unsere heimischen Bauern weniger von den stark schwankenden Weltmarktpreisen von Soja abhängig macht", freut sich Greenpeace.

Im Sinne der Konsumenten, die sich auch bei tierischen Lebensmitteln klar gegen den Einsatz von Gentechnik aussprechen, sammelt Greenpeace weiterhin in ganz Europa Unterschriften für eine Kennzeichnung von Milch, Fleisch, Schnitzeln, Eiern und anderen tierischen Produkten, wenn bei den Tieren Gentech-Futtermittel zum Einsatz gekommen sind. "Auch das ist ein klares Ergebnis der Machbarkeitsstudie: Der einfachste Weg um Klarheit für die Konsumenten zu schaffen wäre eine `negative` Kennzeichnung von tierischen Produkten, bei deren Herstellung Gentech-Futtermittel im Spiel waren", so Fromwald. "Wir haben unser Ziel in Österreich, 50.000 Unterschriften für eine Gentech-Kennzeichnung zu sammeln erfreulicherweise bereits erreicht. Wir freuen uns aber über jede weitere Unterschrift, die unserer Forderung Nachdruck verleiht. Informationen zum Thema Gentechnik und Futtermittel kann man jederzeit bei uns auf der Homepage unter www.greenpeace.at finden."

Rückfragen & Kontakt:

MMag. Franko Petri, Pressesprecher Greenpeace, tel. 01-5454580-29 oder 0664-6126721.
Mag. Susanne Fromwald, Greenpeace Gentechnik-Expertin, tel. 01-5454580-75 oder 0664-6126706.

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