Wehsely: IFES-Frauenbarometer zeigt, wo Frauen der Schuh drückt

Wehsely fordert Einführung eines Papamonats und Flexibilisierung des Kindergeldes

Wien (OTS) - Wienerinnen wollen Kind und Job. Sie brauchen Unterstützung durch ganztägige Kinderbetreuungseinrichtungen und Hilfe beim Wiedereinstieg. 83 Prozent der Frauen in Wien haben Freude an ihrer Arbeit. Nach wir vor fühlen sich 80 Prozent der Frauen für den Haushalt hauptverantwortlich. Vergleichsweise schwieriger ist das für Frauen mit Kleinkindern. In ihren Einstellungen sind Wienerinnen sehr aufgeschlossen und weltoffen. Ihre eigene Stadt erleben 61 Prozent der befragten Frauen als "frauenfreundlich". Das sind einige der Ergebnisse des "IFES-Frauenbarometer 2005", die Wiens Frauenstadträtin Sonja Wehsely am Mittwoch gemeinsam mit Imma Palme (Meinungsforschungsinstitut IFES) präsentierte. Das Frauenbarometer ist eine Studie, die IFES in regelmäßigen Abständen durchführt. Sie gibt Aufschluss über Lebensbedingungen, Einstellungen und Wünsche der Wienerinnen.****

Nur rund ein Viertel der Frauen mit Kind/ern bis zu zwei Jahren geht einer Beschäftigung nach. Nur rund drei von zehn Frauen mit Kindern sind Vollzeit beschäftigt. Bei Wienerinnen, die keine Kinder unter 15 Jahren im Haushalt haben, beträgt der entsprechende Anteil 62 %. Rund sechs von zehn berufstätigen Wienerinnen haben ihre Berufstätigkeit schon einmal unterbrochen. Für 47 Prozent dauerte die berufliche Unterbrechung länger als zwei Jahre. "In den kommenden Jahren wird die Stadt Wien noch verstärkt in die Programme für Wiedereinsteigerinnen des Wiener ArbeitnehmerInnen Förderungsfonds (waff) investieren. Denn je länger die Berufsunterbrechung dauert, desto schwieriger wird der Wiedereinstieg", so die Wiener Frauenstadträtin.

Rund zwei Drittel der befragten Frauen wünschen sich mehr Anreize für eine Väterkarenz. Dieser Anteil ist vor allem bei den jungen Wienerinnen sehr hoch. Frauenstadträtin Wehsely sprach sich in diesem Zusammenhang für die Schaffung eines "Papamonats" aus: "Es ist Aufgabe der Politik, hier klare rechtliche Rahmenbedingungen zu schaffen, damit mehr junge Väter Zeit mit ihren Kindern verbringen können", so Wehsely.

Acht von zehn Frauen fühlen sich hauptverantwortlich für die Führung des Haushaltes und verrichten die meiste Hausarbeit allein. "Hier ist noch sehr viel Bewusstseinsbildung notwendig. Kinder und Haushalt sind nicht allein Frauensache", betont Sonja Wehsely.

Rund die Hälfte der berufstätigen Wienerinnen gibt an, sehr häufig oder häufig unter Stress zu leiden. Auch der Leistungsdruck ist für Berufstätige sehr groß: Insgesamt 44 % verspüren häufig derartige Belastungen. Weitere 50 % geben an, gelegentlich depressiv verstimmt zu sein. Je niedriger die Schulbildung, desto weniger Stress und Leistungsdruck empfinden die Frauen. Den stärksten Leistungsdruck fühlen Frauen im Alter von 18 bis 29 Jahren.

Das Klima in Wien wird überwiegend als frauenfreundlich bewertet: Sechs von zehn Frauen (61 %) bezeichnen Wien als frauenfreundlich. Zum Vergleich: Im Jahr 2003 haben 55 % der Frauen Wien als frauenfreundlich bezeichnet. "Diese erfreuliche Entwicklung ist eine Bestätigung für die Stadtpolitik. Wir werden weiterarbeiten und uns auf diesen Ergebnissen nicht ausruhen", so Wehsely.

Wienerinnen sind grundsätzlich sehr aufgeschlossen und bejahen die Gleichberechtigung von Frauen und Männern. Ältere Frauen, besonders die über 70-Jährigen, sind in dieser Frage allerdings weniger aufgeschlossen. 90 Prozent der Frauen finden z.B., dass Eltern bei Töchtern ebenso wie bei Söhnen ein unabhängiges und selbstständiges Verhalten unterstützen sollen. 83 Prozent sind der Meinung, dass Frauen auch traditionell männliche Berufe wie Maurer oder Pilot ergreifen können. 78 Prozent finden, dass eine verheiratete Frau, die lieber im Beruf weiter kommen möchte und keine Kinder haben will, kein schlechtes Gewissen haben muss.

o Ein Langfassung der Studie finden Sie im Internet unter
http://www.wien.gv.at/ma57/forms/download.htm oder
http://www.ifes.at/

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