Eder: Regierung trägt volle Verantwortung für Sanierungsfall ÖBB-Personenverkehr

Durch Zerschlagung alle Synergieeffekte verloren

Wien (SK) - "Der Sündenfall in den ÖBB ist mit der politisch begründeten Abberufung des früheren Generaldirektors der ÖBB, Draxler, geschehen", sagte SPÖ-Verkehrssprecher Kurt Eder Mittwoch angesichts der Tatsache, dass der ÖBB-Personenverkehr laut ÖBB-Managerin Goldmann ein Sanierungsfall ist. Die ÖBB sei auf einem Erfolgsweg gewesen, mit hohen Erträgen im Güterverkehr und mit einer richtigen Prioritätensetzung bei den Investitionen, solange bis die schwarz-blaue Regierung Draxler hinausgeschmissen hatte und die Zerschlagung der ÖBB in mehrere Aktiengesellschaften durchgeführt hat, unterstrich Eder. ****

"Diese negative Entwicklung in den ÖBB hat ganz allein die Regierung Schüssel zu verantworten", unterstrich der SPÖ-Politiker. Denn der Personenverkehr konnte zuvor über die Erträge des Güterverkehrs mitfinanziert werden. Durch die Zerschlagung seien sämtliche Synergieeffekte, die der frühere Generaldirektor Draxler damals mit 1,5 Milliarden Schilling bezifferte, verloren gegangen. "Wenn man die kontinuierliche Entwicklung eines großen Unternehmens derart unterbricht, wie es die Bundesregierung gemacht hat, darf man sich nicht wundern, dass nun Teile der ÖBB in Richtung Konkurs rasen", stellte Eder fest.

Jetzt sei das Management gefordert, alles zu unternehmen, um die ÖBB wieder auf einen Erfolgsweg zu bringen. Zwischenrufe von Infrastrukturminister Gorbach sollten tunlichst hintangestellt werden, so der SPÖ-Verkehrssprecher. Eder fügte hinzu, dass bei der Reform der ÖBB auch die versprochene einmalige Entschuldung der Bundesbahnen nur halbherzig stattgefunden habe. Bei den nun stattfindenden Überlegungen, den Schienen-Nahverkehr an die Länder abzutreten, sei zu befürchten, dass der Bund lediglich die unrentablen Bahnen loswerden wolle, und die Finanzierung keineswegs gesichert sei. (Schluss) ns

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