Kranzl zum Internationalen Tag der Beseitigung von Gewalt gegen Frauen

Gewalt gegen Mädchen und Frauen ist Menschenrechtsverletzung

St. Pölten, (SPI) - "Gewalt gegen Frauen ist kein Einzelschicksal, sondern nach wie vor ein großes gesellschaftliches Problem. Statistisch gesehen wird in Österreich stündlich eine Frau vergewaltigt, 300.000 werden jährlich von ihren Partnern geschlagen. Der Gewaltschutztag, der alljährlich am 25. November begangen wird, soll die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf diese Problematik lenken, frei nach dem Motto "hinschauen und nicht wegschauen". Einrichtungen wie die sechs Frauenhäuser in NÖ, die Gewaltschutzopfern Hilfe, Unterkunft und vor allem Perspektiven für die Zukunft bieten, sind leider nach wie vor ein unbedingtes Muss", so Soziallandesrätin Christa Kranzl.****

Gewalt drückt sich in vielerlei Formen aus - Zwangsprostitution, Unterdrückung, Vergewaltigung und Beschneidungen. In Indien werden jährlich 5.000 Frauen getötet, weil ihre Schwiegereltern die Mitgift für zu niedrig erachten. Alle neun Sekunden wird in den USA eine Frau von ihrem Intimpartner körperlich missbraucht. In Deutschland wird jede 7. Frau mindestens einmal in ihrem Leben Opfer einer sexuellen Nötigung. In Frankreich gehen Schätzungen von jährlich ca. vier Millionen vergewaltigten und geschlagenen Frauen aus. Das Wegweiserecht, welches seit 1997 in Kraft ist, sieht vor, dass die Exekutive gewalttätige Personen aus der Wohnung verweisen und ein Betretungsverbot für zehn Tage aussprechen darf. Im Jahr 2004 wurden über 4.764 Wegweisungen und 641 Verwaltungsstrafen (bei Nichteinhaltung des Betretungsverbotes) registriert.
Gewalt an Frauen findet meist in der Familie oder im Bekanntenkreis statt, weil Männer Frauen als ihr Eigentum betrachten, weil sie vom besser verdienenden Partner finanziell abhängig sind, weil eine Frau ohne Mann angeblich nichts wert ist. Gewalt an Frauen fordert mehr Opfer als Krebs, Verkehrsunfälle, Malaria und Krieg zusammen. Sie findet Tag für Tag in allen Ländern, Kulturen und sozialen Schichten statt.

"Häusliche Gewalt gegen Frauen wird auch heute noch vielfach kaum sanktioniert, als privates Problem behandelt und in der Öffentlichkeit immer noch verschwiegen. Gewalt gegen Mädchen und Frauen stellt die weltweit häufigste Verletzung der Menschenrechte dar. Sie ist subtil und brutal, kulturell tief verankert und dennoch weder zwangsläufig noch naturgegeben. Das Recht der Frauen, gewaltfrei leben zu können ist integraler Bestandteil der Menschenrechtserklärung sowie bindender völkerrechtlicher Konventionen. Solange Gewalt gegen Frauen grausamer Alltag ist, bleiben die Versprechen der allgemeinen Erklärung der Menschenrechte unerfüllt", so Soziallandesrätin Christa Kranzl. (Schluss) as

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Alois Schroll
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