Kaske: "Sollen Tourismuslehrlinge jeden Sonntag arbeiten?"

HGPD-Vorsitzender zur kommenden Wintersaison

Wien (HGPD/ÖGB) - "Die Punschstandeln stehen und der erste Schnee bleibt liegen, der Winter hat begonnen", erklärte heute, Mittwoch, den 23. November 2005, Rudolf Kaske, Vorsitzender der Gewerkschaft Hotel, Gastgewerbe, Persönlicher Dienst (HGPD) in einer Pressekonferenz. Kaske ging dabei auf aktuelle Tendenzen im Tourismus und auf die HausbesorgerInnen ein. Der Tourismusgewerkschafter nahm auch zur neu aufgeflammten Diskussion um die Sonntagsarbeit für Lehrlinge Stellung: "Unser Kollektivvertrag ist schon so flexibel, da können Jugendliche 23 Wochen hindurch jeden Sonntag arbeiten."++++

Der HGPD-Vorsitzende weiter: "Unternehmerherz was willst du mehr -sollen diese jungen Menschen gleich 52 Wochen jeden Sonntag arbeiten? Da braucht man sich nicht wundern, dass immer weniger österreichische Jugendliche sich für eine Tourismusausbildung entscheiden. Unser gemeinsames Ziel müsste es doch sein, der Jugend zu vermitteln, dass der Tourismus eine tolle Branche ist, wo sie im internationalen Wettbewerb punkten können." Damit, dass man sie jeden Sonntag von gemeinsamer Freizeitgestaltung im Familien- und Freundeskreis ausschließt, könne man das nicht erreichen.

Zum Wintersaisonierkontingent freute sich Kaske: "Verordnet wurden schlussendlich 8005 Saisoniers für die kommende Saison, das sind 10 Prozent weniger als im Vorjahr." Der HGPD-Vorsitzende warnte aber davor, zu glauben, dass damit die steigende Arbeitslosigkeit bekämpft werden könne: "Dieser Trend setzt sich fort. Im Oktober hatten wir um 5,9 Prozent mehr Arbeitslose als im Oktober des Vorjahrs." Gründe dafür sieht er in der illegalen Beschäftigung: "Die Kontrolle der illegalen ArbeitnehmerInnenbeschäftigung (KIAB) hat fest gestellt, dass es im Hotel- und Gastgewerbe mehr Übertretungen gibt, als im Baugewerbe."

Kaske berichtete auch, dass in Wien derzeit über ein Festlohnsystem für das Hotel- und Gastgewerbe verhandelt werde: "Beim Erstangebot hat es sich wohl eher um einen Scherz gehandelt. Prinzipiell sind wir zu Verhandlungen bereit. Aber ich erinnere daran: Wiens Tourismus ist top dank engagierter MitarbeiterInnen, also sollte das auch für die Löhne gelten."

Abschließend ging Dienstleistungsgewerkschafter Rudolf Kaske noch auf die HausbesorgerInnen ein. Seit Abschaffung des Hausbesorgergesetzes im Jahr 2000 gebe es 10.000 HausbesorgerInnen weniger: "Berechnet man neu geschaffene Beschäftigungsverhältnisse im Hausbetreuungsbereich, klafft trotzdem eine Lücke von 8.000 verlorenen Arbeitsplätzen." Wo HausbesorgerInnen fehlen, werde man wohl auch diesen Winter deutlich sehen, betonte Kaske: "Daher ist es noch immer ein vorrangiges Ziele unserer Gewerkschaft HGPD, sich für ein neues, modernes Hausbesorgergesetz einzusetzen - im Interesse von MieterInnen und HausbesorgerInnen."

ÖGB, 23. November
2005 Nr. 657

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