GMT: Schon fast 800.000 PensionistInnen arm oder armutsgefährdet!

Heizkostenzuschuss bundesweit regeln, Pflegegeld anheben

Wien (GMT/ÖGB) - Der BundespensionistInnenausschuss der Gewerkschaft Metall - Textil befasste sich in einer Arbeitstagung eingehend mit den Problemen der älteren Generation im Land. "Wir betrachten die Entwicklungen mit großer Sorge", sagt Christine Haager, Vorsitzende der GMT-PensionistInnen.++++

Einerseits sehen die GMT-PensionistInnen die Entwicklungen im Gesundheitswesen äußerst kritisch. "Aus unseren Gesprächen wissen wir, dass viele Pensionistinnen und Pensionisten echte Sorge haben, was ihre medizinische Versorgung betrifft", berichtet Haager. "Viele, die professionelle Hilfe im Bereich der Pflege brauchen würden, nehmen das nicht oder nicht mehr in Anspruch, weil sie es sich einfach nicht mehr leisten können." Diesen Zuständen müsse man rasch Einhalt gebieten, fordern die GMT-PensionistInnen. Zwei-Klassen-Medizin dürfe es in Österreich nicht geben. Die Krankenkassen kämen durch die Regierungspolitik zum Handkuss, denn sie hätten die Anweisung, freiwillige Leistungen zu kürzen oder ganz zu streichen. "Wir stellen diese Entwicklung mit großer Empörung fest, denn eines der reichsten Länder der EU hat so einen Umgang mit Menschen wirklich nicht nötig", so Haager.

Die GMT PensionistInnen haben sich weiters mit der Entwicklung der Armut unter PensionistInnen befasst. Haager dazu: "Wir stellen mit Sorge fest, dass PensionistInnen allgemein und im Besonderen Frauen massiv von Armut bedroht sind. Dass die Zahl der Armen bzw. Armutsgefährdeten unter den älteren Menschen schon bei fast 800.000 liegt, ist alarmierend. Viele von ihnen haben große Ängste, dass sie einen strengen Winter nicht bewältigen können", berichtet Haager. Die GMT-PensionistInnen bekräftigen daher ihre Forderung nach einem bundesweit einheitlich geregelten Heizkostenzuschuss, weiters verlangen sie die Erhöhung des Pflegegeldes. Haager: "Ich verstehe nicht, dass die Bundesregierung dabei zusehen kann, wie es den älteren Menschen im Land immer schlechter geht und sie immer größere Ängste ausstehen müssen. Muss es erst vor dem Bundeskanzleramt in Wien schneien, damit der Kanzler und die Regierung draufkommen, dass Winter ist? Im Bekanntenkreis der Regierungsmitglieder gibt es wahrscheinlich keine älteren Menschen, die frieren oder aus Geldmangel auf medizinische Versorgung verzichten müssen - und trotzdem gibt es sie in Österreich. Rasches Handeln ist daher angesagt!"

ÖGB, 23. November
2005
Nr. 656

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