Wirtschaftskammer Niederösterreich vergibt "Ausbildertrophy 2005" an fünf NÖ Betriebe - Teil 2

Gut ausgebildet ist halb gewonnen!

Wien (OTS) - Um die Leistungen der niederösterreichischen Lehrbetriebe zu würdigen, vergab die Wirtschaftskammer NÖ am 22. November 2005 im WIFI St. Pölten die "Ausbildertrophy 2005" an fünf Gewinner.

Um die Ausbildertrophy konnten sich all jene Betriebe bewerben, die moderne Arbeitsmethoden anwenden, die Mobilität ihrer Lehrlinge (z. B. durch Auslandsaufenthalte) fördern, Zusatzausbildungen forcieren (z. B. durch Teilnahme an Wettbewerben), benachteiligte Jugendliche fördern, usw.

Eine hochrangige Jury unter dem Vorsitz der Präsidentin der Wirtschaftskammer Niederösterreich, Sonja Zwazl, hat aus den Sparten Gewerbe und Handwerk, Industrie, Handel, Tourismus und Freizeitwirtschaft und Information und Consulting jeweils einen Preisträger der Ausbildertrophy 2005 ausgewählt. Präsidentin Zwazl gratulierte den ausgezeichneten Betrieben: "Mit Ihrem Engagement sind Sie herausragende Beispiele für eine vorbildliche Lehrausbildung!"

18.000 junge Menschen sind es, die derzeit in Niederösterreich von 6000 Lehrbetrieben im Rahmen einer Lehrausbildung auf ihre berufliche Zukunft vorbereitet werden. "Es ist eine wunderschöne Aufgabe, die jungen Menschen durch die Lehrzeit zu begleiten. Aber es braucht auch viel Engagement und Einsatz, den Jugendlichen das notwendige Rüstzeug für ihren Berufsweg mit zu geben. Deshalb prämieren wir mit der 'Ausbildertrophy' jene Betriebe, die besonders innovative und moderne Wege in ihrer Lehrausbildung gehen", erklärt Präsidentin Sonja Zwazl die Beweggründe, warum die "Ausbildertrophy" von der WKNÖ ins Leben gerufen wurde.

Die Preisträger

Kategorie Gewerbe und Handwerk:

Salon Struwwelpeter, Stippinger KEG, St. Pölten

Das Friseurunternehmen ist seit 1995 in der Lehrausbildung tätig. Derzeit werden 13 Lehrlinge ausgebildet. Es wurde sogar eine firmeneigene Schulungsfirma gegründet! Im Rahmen eines "Firmenführerscheins" eignen sich die Lehrlinge alle wichtigen fachlichen und sozialen Kompetenzen für die Arbeit im Salon an. In Arbeitsgruppen führen sie Umfragen und Bewertungen durch. "So lernen sie die Grundlagen von betrieblichen Werbemaßnahmen kennen", erklärt Firmenchefin Elfriede Stippinger. Interaktive Lerneinheiten mittels "Computer Based Training" führen die Lehrlinge in Haaranalyse, Kundenberatung und Mischungsverhältnisse von Rezepturen ein.

Kategorie Industrie:

Rehau Polymer Industrie GmbH, Neulengbach

Seit 1970 bildet dieser Betrieb bereits Lehrlinge aus, derzeit sind es 30 Jugendliche. Bei Rehau wird großer Wert auf gut ausgebildete Trainer gelegt: Diese werden jährlich in Trainer-Workshops auf den neuesten Stand gebracht. E-Learning, DVD-und VHS-Einsatz gehören ebenso zum Ausbildungsplan wie Exkursionen zu anderen Rehau-Standorten in Europa. Besonderer Bonus: Jene Lehrlinge, die beim Lehrabschluss die besten Erfolge erzielen, haben die Möglichkeit, eine vom Unternehmen geförderte zweijährige Technikerausbildung in der Stadt Rehau in Bayern zu absolvieren. Werksleiter DI Helmut Schwarzl: "Wir wollen besonders Mädchen motivieren, bei uns eine Lehre zu machen. Die Teilnahme am 'Girlsday' ist daher für uns selbstverständlich." Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten: Bereits zum 2. Mal wurde ein Mädchen als Kunststoffformgeber-Lehrling eingestellt.

Kategorie Handel:

Spar Warenhandels AG, St. Pölten

Seit 2000 bildet das Unternehmen Lehrlinge aus. In ganz Niederösterreich befinden sich 251 Lehrlinge in Ausbildung. Alle niederösterreichischen Spar-Lehrlinge werden in der Landesberufsschule Laa/Thaya in eigenen Klassen im Rahmen der "Spar Akademie" ausgebildet. Auslandspraktika in England oder Schottland für je drei Wochen und jährliche Exkursionen nach Tschechien gehören ebenso zur Ausbildung wie E-Learning, Spezialseminare und ein Prämiensystem: Monatlich wird der Lehrling von seinem Ausbilder mittels eines Beurteilungsbogens bewertet, Prämien gibt es für einen Notenschnitt unter 2,5 auf der Schulnotenskala. "Und bei ausgezeichnetem Erfolg in der Berufsschule winkt sogar das Sponsoring des Führerscheins!", erklärt Regionaldirektor Erich Glaser.

Kategorie Tourismus:

Laabnerhof Robert Geidel, Laaben

Das Unternehmen bildet seit 1978 Lehrlinge aus, derzeit sind es elf. Das Ausbildungssystem des Betriebes nennt sich MAX (Mitarbeiter AktienIndex Modell): Ähnlich wie bei einer Neuemission am Kapitalmarkt erhält jeder Mitarbeiter an seinem ersten Arbeitstag einen Aktien-Nennwert in der Höhe von 1000 Pixel. Der spätere Kursverlauf wird monatlich berechnet und spiegelt den aktuellen Kurs des Mitarbeiters wieder. Seine "Aktie" steigen lassen kann der Lehrling, indem er z. B. Verbesserungsvorschläge in einen Ideenordner einbringt. "Für jede gute Idee, etwa ein neues Gericht oder ein neues Cocktail-Rezept, gibt es Bonus-Pixel", so Firmenchef Robert Geidel. Auch Pünktlichkeit, gute Noten in der Berufsschule und die Bereitschaft zur Weiterbildung erhöhen das Pixel-Konto. Auch auf soziale Kompetenz wird im Rahmen der Ausbildung großer Wert gelegt. Fachseminare, Projekte und die Teilnahme an Wettbewerben runden das Ausbildungsprogramm ab.

Kategorie Information & Consulting:

Dockner Gesellschaft m.b.H., Statzendorf

Seit 1989 bildet das Unternehmen Lehrlinge aus, derzeit sind es drei, zwei davon Mädchen. "Und das im klassischen Männerberuf Drucktechniker!", erklärt Firmenchefin Ingeborg Dockner nicht ohne Stolz. "Unseren Lehrlingen werden von Anfang an bestimmte Aufgabenbereiche übertragen, für die sie die Verantwortung haben", beschreibt sie ihr Ausbildungskonzept. So wurde eine Firmenpräsentation über Medien und Druck von der Konzeption bis zur Durchführung von den Lehrlingen in Eigenverantwortung realisiert. Zu Übungszwecken werden außerdem kostenlose Websites für Vereine erstellt. Lehrlingen, die in anderen Betrieben ihre Lehre nicht abschließen können, ermöglicht der Betrieb den Abschluss der Lehrausbildung. Und für ausgezeichnete Erfolge in der Berufsschule und bei der Lehrabschlussprüfung gibt es Sonderprämien für die jungen Mitarbeiter. Spezialseminare und Betriebsbesuche im In- und Ausland runden das Ausbildungsprogramm ab.

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