Hauptverband und NÖGKK präsentierten Studie zum Rettungswesen: "Schließung von Rettungsstandorten nicht unser Thema"

St. Pölten (OTS) - "Die Schließung von Rettungsdienststellen war nie unser Thema. Allerdings wird die Sozialversicherung künftig ihre Zuzahlungen auf jenes Maß reduzieren müssen, für das sie auch zuständig ist." So lautete der gemeinsame Tenor von Dr. Josef Probst (Hauptverband der österr. Sozialversiche¬rungsträger), NÖGKK-Obmann KR Gerhard Hutter und NÖGKK-Direktor Gerhard Stoiber, die am 22.11.2005 in St. Pölten zu einer Podiumsdiskussion zum Thema "Rettungswesen" eingeladen hatten.

Der Kostendruck auf die Sozialversicherung ist auch im Rettungswesen extrem. Der Hauptverband und die NÖGKK luden daher alle am Rettungswesen Beteiligten - von den Rettungsorganisationen bis hin zu den politisch Zuständigen - zu einer Podiumsdiskussion sowie Präsentation einer Studie des Institutes für Notfallmedizin und Medizinmanagement (Medizinische Universität München). Ziel der Veranstaltung war es, auf sachlicher Basis neue Wege zu finden, um eine hochwertige Versorgung bei bewältigbaren Kosten auch in Zukunft sicherzustellen.

Denn ein Bundesländervergleich zeigt, dass gerade die NÖGKK den größten finanziellen Aufwand in diesem Bereich aufweist. Daher war die NÖGKK - im eigenen Interesse wie auch auf Druck des Rechnungshofes - aufgerufen, das Rettungswesen in NÖ in seiner Gesamtheit zu beleuchten. Als einen Schritt in diese Richtung hatte der Hauptverband die NÖGKK mit einem Projekt zum Rettungswesen betraut, im Zuge dessen eine wissenschaftliche Aufbereitung des Themas bei der Universität München beauftragt wurde.

Die Ausgangslage: Während für das gesamte Gesundheitswesen als Gesetzgeber und Vollzieher der Bund zuständig ist, liegt nur beim Rettungswesen die gesetzliche Zuständigkeit beim Land bzw. den Gemeinden.

Was ist die Aufgabe der Krankenversicherung? Laut Gesetz (ASVG) legt sie in der Satzung fest, wann und in welcher Höhe für gehunfähig Erkrankte (= wenn jemand auch nicht mit einer Begleitperson ein öffentliches Verkehrsmittel benutzen kann) ein Kostenersatz zu leisten ist. Maßstab ist das billigste öffentliche Verkehrsmittel. Dennoch hat die NÖGKK Direktverrechnungsvereinbarungen mit den gesetzlich anerkannten Rettungsorganisationen in Niederösterreich abgeschlossen, einerseits damit der Versicherte nicht vorleistungspflichtig werden muss, andererseits um den Verwaltungsaufwand möglichst gering zu halten.

Somit zeigt sich das Spannungsfeld zwischen Zuständigkeit und Finanzierung: Die NÖGKK berappt 53 % aller Kosten, obwohl die gesetzliche Zuständigkeit beim Land bzw. den Gemeinden liegt - die NÖGKK soll ja nur Kostenersatz für gehunfähige Kranke leisten! Daher haben die kontrollierenden Stellen Aufsichtsbehörde und Rechnungshof seit Jahren die zu hohen Kosten der NÖGKK kritisiert und die NÖGKK angewiesen sich am Gesamtbeitrag der Gemeinden zu orientieren.

Die NÖGKK und die gesamte Sozialversicherung steht daher vor der unhaltbaren Situation, dass sie für das Rettungswesen nicht zuständig ist, aber finanziell den Löwenanteil trägt. Das wird künftig nicht mehr möglich sein, einerseits wegen der engen finanziellen Situation im Gesundheitswesen, andererseits, weil es gesetzlich nicht gedeckt ist. Daher hat die NÖGKK im Rahmen des Projektes und mit wissenschaftlicher Unterstützung ein österreichweites Kostenmodell unter Berücksichtigung der Besonderheiten der einzelnen Länder und schließlich durch eine Trend- und Strukturanalyse eine "fiktive Rettungslandschaft" erarbeitet. Ziel des gesamten Projektes ist es jedoch nicht, dass die NÖGKK etwa die Schließung von Rettungsstellen verlangt - allerdings wird sie ihre Zuzahlungen zum System auf jenen Teilbereich reduzieren, für den sie tatsächlich zuständig ist.

Der Obmann der NÖGKK, Gerhard Hutter, forderte daher alle Beteiligten auf, zu diesem Thema zum sachlichen Gespräch und Miteinander zurückzukehren, um hier einen gesetzeskonformen und vernünftigen Weg zu finden. Als ein Beitrag von Seite der Sozialversicherung bot er die wissenschaftliche Unterstützung durch die "Rettungsstudie" an, die Modelle skizziert, wie ein modernes Rettungswesen bei bewältigbaren Kosten funktionieren könne. Hutter:
"Denn das sind wir allen Patienten in NÖ schuldig, die sich auf eine optimale Versorgung verlassen."

Rückfragen & Kontakt:

NÖ Gebietskrankenkasse
Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: 050899-5122

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NGK0001