Morak: Friedl Kubelkas meisterliche Arbeiten über das Phänomen der Zeit

Österreichischer Staatspreis für Fotografie an Friedl Kubelka verliehen

Wien (OTS) - "Im Zeitalter der immer schnelleren Laufbilder gilt
es, die Zeit anzuhalten und das Denken sichtbar zu machen: Friedl Kubelkas Arbeiten haben einen Kern, der einen bei so meisterlichen Fotos wie denen von Friedl Kubelka ganz intensiv berührt, das Phänomen der Zeit", so Kunststaatssekretär Franz Morak, gestern Nachmittag anlässlich der Verleihung des Österreichschen Staatspreises für Fotografie an Friedl Kubelka.

"Für mich ist es kein Zufall, dass sich Friedl Kubelka selbst als eine "eifersüchtige Bewunderin der barocken Porträtmalerei" bezeichnet", so Morak in seiner Rede weiter. "Die Fotografie, jene Kunst, die etwas sichtbar macht, was man ansonsten nicht sieht, hat das Potential, die gleiche psychologische Tiefe zu erreichen, wie die Barockmalerei", so Morak, der Friedl Kubelka zitierte, die einmal geschrieben hat, dass ein guter Porträtmaler die Summe seiner psychologischen Beobachtungen und Wahrnehmungen in einem Bild verarbeitet. "Wir reden so gedankenlos darüber, dass wir mehr oder weniger "Zeit hätten", dass wir mehr "Eigenzeit", "Lebenszeit" bräuchten, dass die Zeit alle Wunden heilt und Ähnliches. Kubelkas Arbeiten sind durch den Umgang mit Zeit charakterisiert und thematisieren das eindrucksvoll", betonte Morak.

"Über ihre Tätigkeit als Künstlerin hinaus hat Friedl Kubelka Großes für die Fotografie in diesem Land geleistet. Mit der Gründung ihrer eigenen "Schule für künstlerische Fotografie" in Wien im Jahr 1991 ist es ihr gelungen, im staatlichen Ausbildungsangebot für Fotokünstler und Fotografen eigenständige Akzente zu setzen. Sie hat dadurch entscheidend dazu beigetragen, die Bedeutung der Kunstform Fotografie in unserem Land zu stärken", so der Staatssekretär.

Der Staatspreis ist die höchstrangige Auszeichnung, die von der Republik Österreich alle drei bis vier Jahre einer Künstlerin oder einem Künstler für hervorragende Leistungen im Bereich Fotografie verliehen werden kann. Der Jury gehörten heuer Dr. Monika Faber, Michael Mauracher und Harry Weber an. "Ich verstehe den Staatspreis für Fotografie als eine symbolische Geste der Republik, als ein Symbol der Anerkennung und Wertschätzung der künstlerischen Leistungen eines Genres, das lange Zeit im österreichischen zeitgenössischen Kunstschaffen unterrepräsentiert war", betonte der Staatssekretär abschließend.

Es ist dies nicht die erste Auszeichnung des Bundes an Friedl Kubelka. 1984 erhielt sie den Förderungspreis für künstlerische Fotografie und 1999 wurde ihr der Würdigungspreis zugesprochen. Darüber hinaus sind Kubelkas Arbeiten in der Fotosammlung des Bundes vertreten. Zurzeit sind einige ihrer Werke in der Ausstellung "Simultan", im Salzburger Museum der Moderne zu sehen.

Der Staatspreis für künstlerische Fotografie wird heuer erst zum fünften Mal vergeben. Die bisherigen Preisträger waren Inge Morath-Miller (1991), Franz Hubmann (1994), Erich Lessing (1997) und Harry Weber (2001).

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