Wirtschaft interessanter Partner für int. Finanzinstitutionen in Südosteuropa

Weltbank, EBRD und IFC verlagern ihre Programme stärker nach Südosteuropa - Koren: Eine Chance für Austro-Unternehmen ihre Beziehungen auszubauen

Wien (PWK896) - "Die Kompetenz österreichischer Unternehmen in Südosteuropa ist auch bei Projekten der Weltbankgruppe und der Europäischen Bank für Wiederaufbau- und Entwicklung (EBRD) gefragt", meinte Walter Koren, Leiter der Außenwirtschaft Österreich (AWO) der WKÖ anlässlich des AWO-Seminars "Internationale Finanzinstitute in Südosteuropa".

Weltweit finanzieren internationale Finanzinstitute Projekte im Wert von rund 50 Mrd. Euro pro Jahr. In Europa verlagert sich deren Tätigkeit immer mehr von Zentral- nach Ost- und Südosteuropa. Die Finanzinstitute brauchen Know-How und innovative Problemlösungen. Und gerade in Südosteuropa ist die österreichische Wirtschaft gut etabliert: Mit einem österreichischen Außenhandel von 4,4 Mrd. EUR in 2004 mit dieser Region liegen vier Märkte in der Größe Chinas vor unserer Haustür. Die österreichische Wirtschaft ist mit über 10 Mrd. EUR Investitionen der führende Auslandsinvestor, so Koren. Im Rahmen der Internationalisierungsoffensive des Bundes und der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) stellt die WKÖ mit Veranstaltungen im Inland und in den Projektländern selbst Kooperationsmöglichkeiten mit den Finanzinstituten vor. Mit einer neuen Förderung von Beratungskosten (50% der Kosten, bis zu 4.000 EUR) sollen mehr österreichische Unternehmen zur Teilnahme an Ausschreibungen der Finanzinstitute motiviert werden, kündigt Koren an.

Alleine bei der Weltbank erhielten österreichische Unternehmen im Finanzjahr 2004/2005 Aufträge im Wert von rund 57 Mio. EUR. Österreich liegt damit in der Weltbank-Beschaffungsstatistik unter den OECD-Ländern an ausgezeichneter fünfter Stelle. Österreichische Unternehmen waren vor allem in der Region Europa und Zentralasien und insbesondere im Wasser-, Energie und Infrastruktursektor aktiv. So wurde die VA Tech T & D von der rumänischen Verbundgesellschaft Transelectrica mit der Erneuerung von zwei Hochspannungsschaltanlagen im Wert von über 40 Mio. US-Dollar beauftragt. Die Salzburger Baufirma Alpine Mayreder wird um über 11 Mio. US-Dollar beim einem Programm für die Straßeninstandhaltung in Serbien und Montenegro mitwirken. Weitere österreichische Unternehmen beteiligen sich an Projekten für die Wasserversorgung in Afghanistan und Tadschikistan, bei Wasserkraftanlagen in Ägypten und bei der Wärmeerzeugung in der Ukraine.

Auf dem AWO-Seminar berichteten Experten über die aktuellen Programme der internationalen Finanzinstitute in den Ländern der Region - Albanien, Bosnien-Herzegowina, Bulgarien, Kroatien, Mazedonien, Moldau, Rumänien, Serbien und Montenegro sowie der Türkei. Aus Mitteln der Weltbank, der Internationalen Finanzkorporation (IFC) und der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) können Lieferung von Anlagen und Know-how für den öffentlichen Sektor finanziert werden - freilich nach strikten Arbeitsprogrammen und Ausschreibungsregeln. Zusätzlich bieten diese Institute auch Partnerschaften für privat-finanzierte Projekte an. Die Weltbankgruppe fördert etwa insbesondere Investitionen in den Sektoren Wasser, Energie, Transport und Telekommunikation. Mit Hilfe der Multilateralen Garantieinvestitionsgesellschaft MIGA können österreichische Unternehmen das politische Risiko von Auslandsbeteiligungen in der Region absichern. Die IFC, der private Finanzierungsarm der Weltbank, stellt dem privaten Sektor Darlehen, Beteiligungen und Beratung für Projekte in Südosteuropa zur Verfügung. Die EBRD fördert indes durch Investitionen den privaten und öffentlichen Sektor in Mittel- und Osteuropa sowie in den GUS-Staaten, trägt zum Aufbau lokaler Banken bei und beteiligt sich an Infrastrukturprojekten in den Bereichen Energie, Verkehr und Telekommunikation.

Koren: "Schon bisher hat die AWO österreichische Unternehmen bei Projekten mit Internationalen Finanzinstituten unterstützt. Unsere Büros in Washington D.C., Brüssel, London, Manila und Tunis unterhalten regelmäßig Kontakte zu den Internationalen Finanzinstituten und informieren über Projekte und betreuen Firmen." Im Rahmen der Internationalisierungsoffensive "go interational" werden diese Maßnahmen nun gemeinsam mit dem Finanzministerium intensiviert. Neben einer neuen Förderung für die Inanspruchnahme spezialisierter Beratungen bei der Beteiligung an Ausschreibungen organisiert die AWO Firmenreisen zu den Repräsentanzen der Finanzinstitute in wichtige Nehmerländer wie Rumänien, Serbien, Bosnien-Herzegowina und Albanien. "Die Ausschreibungen für Projekte von Finanzinstituten erfolgen nämlich lokal durch die Projektbehörden und nicht von deren Zentralen", so Koren.

Aufgrund der engen Verflechtung der österreichischen Wirtschaft mit Südosteuropa sind die Finanzinstitute an einer weiteren Kooperation interessiert. Das Exportplus Österreichs nach Südosteuropa machte im vergangenen Jahr 16% aus (Volumen: 4,4 Mrd. Euro) und die Importe legten sogar um 26% auf 2,5 Mrd. Euro zu. Von den derzeit rund 24.000 österreichischen Exporteuren sind etwa 9.000 in Südosteuropa tätig. Österreich liegt in allen Ländern der Region im Spitzenfeld der Nationenwertung ausländischer Investoren. In Rumänien, Bulgarien, Kroatien, Serbien-Montenegro und Bosnien-Herzegowina sogar an erster Stelle. Insgesamt hat die österreichische Wirtschaft weit über 10 Mrd. Euro in Südosteuropa investiert. Treibende Kraft der Investitionsaktivitäten ist vor allem der österreichische Finanzsektor, der seine Aktivitäten in Südosteuropa systematisch ausbaut. Überdurchschnittlich erfolgreich sind heimische Unternehmen auch im Bauwesen und bei Baustoffen, der Infrastruktur/E-Wirtschaft, in der Umwelttechnik, der Lebensmittelindustrie sowie in Werbung, Software und Telekommunikation. "Viele KMU sind mittlerweile den Großunternehmen in die Region gefolgt und haben sich mit Niederlassungen etabliert -auch zur Absicherung ihrer Standorte in Österreich", betonte Koren. (BS)

Links:

Go International Informationsscherpunkt Finanzinstitute http://www.go-international.at/ifi

Präsentationen vom AWO-Forum ‚Internationale Finanzinsitute in Südosteuropa’
21. Nov. 2005 in Wien
http://portal.wko.at/wk/format_detail.wk?AngID=1&StID=182281&DstID=67
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Rückfragen & Kontakt:

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