ÖAMTC: Sportlicher Sound versus "Klapperkiste" - Fahrzeugklang beeinflusst Kaufentscheidung

Kaum jemand will sein Fahrzeug als scheppernde oder klappernde Kiste hören

Wien (OTS) - "Der psychologische Aspekt beim Klang einer
zufallenden Autotüre ist nicht zu unterschätzen. Motorensound, Autotüren und Geräusche im Fahrzeuginneren sollen Stabilität, Sicherheit und Geborgenheit vermitteln. Top Qualität soll 'hörbar' sein", erklärt ÖAMTC-Verkehrspsychologin Marion Seidenberger. Die Fahrzeugindustrie beschäftigt sich seit Jahren nicht nur mit der Entwicklung modernster Fahrzeugdesigns und -technologien. Das Sounddesign, also der Klang des Motors oder der zufallenden Autotür, spielt eine wesentliche Rolle bei der Kaufentscheidung.

Autoliebhaber erkennen "ihren" Wagen am Sound, egal ob es sich dabei um das Motorengeräusch, die Türe oder die im Fahrgastraum wahrnehmbaren Geräusche handelt. "Um Vertrauen zu erwecken, muss die Autotüre mit einem satten, exakten Klang ins Schloss fallen. Das vermittelt Sicherheit und Solidität. Je satter und tieffrequenter das Geräusch ist, desto schwerer und sicherer erscheint dem potentiellen Käufer oder Fahrer das Auto. Das wiederum kann bei der Wahl der Fahrzeugmarke entscheidend sein", sagt die Club-Expertin. Kaum jemand will sein Fahrzeug als klappernde, scheppernde oder rasselnde Kiste hören. Bestimmte Assoziationen zu Geräuschen und Tönen hat der Mensch gelernt, er weiß welches Geräusch zu welchem Produkt passt.

Dem Ganzen liegt die Psychoakustik zu Grunde, die besagt, wie wir Menschen Geräusche bewerten und welche Auswirkungen diese auf unsere Wahrnehmung haben. Messgrößen sind zum Beispiel die Lautstärke, Rauheit oder die Schärfe eines Geräusches. "Die Schärfe wird in erster Linie durch einen großen Anteil an hohen Frequenzen bestimmt -in diesem Bereich ist das menschliche Gehör besonders empfindlich. Deshalb werden die als 'scharf' bezeichneten Geräusche, wie der Bohrer beim Zahnarzt, als extrem unangenehm empfunden", sagt Seidenberger.

Soundingenieure der Fahrzeugindustrie, deren Aufgabe es ist Geräusche zum Klingen zu bringen, tüfteln an der jeweiligen typischen Akustik eines Motors mit Hilfe von Computern, Schalldämpfern oder Verstärkern. Sie erzeugen ein gut zuordenbares Klangspektrum zwischen "kernigen Brummen und sportlichem Brüllen". Neben den von außen hörbaren Klängen sind auch die im Innenraum des Fahrzeuges wichtig. Viele Autofahrer hören gerne sonore Motorgeräusche oder möchten leichte Vibrationen spüren. Nicht zu unterschätzen ist auch die akustische Rückmeldung. Fahrzeuge und deren Motore sollen zwar immer leiser werden, allerdings kann die einwandfreie Funktion des Automotors während der Fahrt nur am Klang überprüft werden. Technisch wäre es wohl möglich eine nahezu völlig schallisolierte Fahrgastzelle zu bauen, in der Realität ist das aber nicht praktikabel.

"Die einfachste Art selbst Sounddesign am eigenen Fahrzeug zu betreiben ist, eine quietschende Türe zu ölen", so die ÖAMTC-Expertin abschließend.

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