Neues Volksblatt: "Menschen" (von Christian Buchar)

Ausgabe vom 22. November 2005

Linz (OTS) - Der Trend geht nach unten: Rund 36.000 Menschen haben oder werden noch heuer die österreichische Staatsbürgerschaft erhalten - deutlich weniger als 2003 und 2004. Im nächsten Jahr wird die Zahl, das ist nach dem mit Jänner in Kraft tretenden schärferen Staatsbürgerschaftsrecht sicher, weiter sinken. Anerkannte Flüchtlinge oder Ehepartner müssen demnach künftig mindestens sechs Jahre auf den österreichischen Pass warten. Bisher war es teils deutlich weniger.
Der Weg, die Staatsbürgerschaft als Endpunkt der Integration in ein Land und seine Gesellschaft zu sehen, ist richtig. Deutsch zu lernen (unabhängig von etwaigen Schulnoten) gehört hier ebenso zu den selbstverständlichen Pflichten eines Zuwanderers wie die Bereitschaft, sich auf die Gesellschaft hier einzulassen. Es ist aber mit Sicherheit auch nicht falsch, neue, zusätzliche Kulturen und Sprachen nicht einfach gleich taxfrei als Bedrohung wahrzunehmen. Und das Recht auf Religionsfreiheit sollte ohnedies selbstverständlich sein. Der gesellschaftliche Weg zu einander ist von den Menschen, nicht einem Staatsbürgerschaftsrecht, zu führen.

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