Pollirer: "Informations- und Kommunikationssektor bleibt Wachstumsmotor in Österreich"

Umsatzwachstum über den Erwartungen, Exporte auf hohem Niveau - Gute Auftragslage, positive Erwartungen

Wien (PWK891) - "Es ist höchst an der Zeit, dass die Politik dem heimischen Informations- und Kommunikationssektor den Stellenwert einräumt, der diesem Bereich auf Grund seiner Leistungen zukommt", fordert Hans-Jürgen Pollirer, Obmann der Bundesparte Information und Consulting der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), bei der heutigen Präsentation der neuesten Konjunkturdaten.

"Einmal mehr haben sich die wirtschaftsnahen Dienstleistungen aus den Bereichen Information, Kommunikation und Consulting in der ersten Hälfte des heurigen Jahres wieder als Motor des Wirtschaftswachstums bewiesen", so Pollirer und untermauert das mit Zahlen: "In den zehn Dienstleistungsbranchen des IC-Sektors stieg der Umsatz im 1. Halbjahr 2005 gegenüber der Vorjahresperiode um 7,0 Prozent und hat somit die Erwartungen, die die Unternehmerinnen und Unternehmer am Beginn des Jahres geäußert haben, übertroffen. Es freut mich besonders, dass das nominelle Wachstum damit deutlich über der gesamtwirtschaftlichen Wachstumsrate liegt, die laut Wifo 3,5 Prozent beträgt".

Nach Branchen betrachtet, ist die erste Jahreshälfte für die Finanzdienstleister (Umsatz: +9,4 Prozent) und den Bereich Unternehmensberatung/Informationstechnologie mit +7,6 Prozent besonders positiv verlaufen. Differenziert nach Größenklassen lagen Unternehmen mit einem Jahresumsatz zwischen 100.000 und 500.000 Euro - also klassische kleine und mittlere Betriebe - an der Spitze, gefolgt von den Unternehmen mit einem Jahresumsatz ab 2,5 Millionen Euro.

Erfreulich ist auch die anhaltend hohe Exportleistung des IC-Sektors: 8,9 Prozent der Gesamtumsätze wurden im 1. Halbjahr 2005 mit ausländischen Kunden erwirtschaftet.

Die aktuelle Auftragslage (Status: September/Oktober 2005) wird seitens der Betriebe insgesamt mit "gut" beurteilt. Für das 2. Halbjahr 2005 rechnen die Unternehmen im Durchschnitt mit einem Umsatzplus von 5,7 Prozent. Hier zeigt sich, dass die Erwartungen in Richtung der umsatzstärksten Kundengruppe, den Gewerblichen/Geschäftskunden, mit einem Plus von 5,9 Prozent am höchsten sind, gefolgt von öffentlichen Auftraggebern mit +1,9 Prozent und Privatkunden mit +1,3 Prozent. Besonders optimistisch sind vor allem der Bereich Unternehmensberatung/Informationstechnologie (+6,5 Prozent) und die Finanzdienstleister (+6,2 Prozent). Die optimistischen Umsatzerwartungen finden auch einen Niederschlag in den Personalplänen der Unternehmen. In den nächsten sechs Monaten ist eine Erhöhung des derzeitigen Beschäftigtenstandes um 0,6 Prozent geplant, "was rund 1.000 neuen Arbeitsplätzen entsprechen würde", führt Spartenobmann Pollirer aus.

Neben den aktuellen Konjunkturdaten präsentierte Dr. Walter Bornett, KMU Forschung Austria, eine Bilanzdatenanalyse, die im Gesamtbild eine konstante Eigenkapitalausstattung mit fast 20 Prozent und einen durchschnittlichen Ertrag von 3,9 Prozent ergab. Im Durchschnitt verfügen die Unternehmungen somit über einen guten Risikopolster, doch stellte Bornett klar, dass "trotzdem fast ein Drittel der Unternehmer buchmäßig überschuldet ist". Der IC-Sektor verfügt aber insgesamt über ausreichend langfristiges Kapital - dies zeigt eine Anlagendeckung mit 103 Prozent und ein Cash flow von über 11 Prozent.

Bornett zieht folgendes Resümee:
Immerhin19 Prozent der Unternehmen, die in der Sparte Information und Consulting beheimatet sind, können aus betriebswirtschaftlicher Sicht zu den "Top-Performern" gezählt werden: Sie weisen eine Eigenkapitalquote über dem betriebswirtschaftlichen Richtwert von 20 Prozent und einen Gewinn vor Steuern von über 5 Prozent der Betriebsleistung auf.

An die Politik stellt Pollirer folgende Forderungen:
- Die steuerliche Entlastung unserer Betriebe durch einen unbeschränkten Verlustvortrag für die mehr als 100.000 Einnahmen-/Ausgabenrechner,
- Eine steuerliche Gleichbehandlung mit den Arbeitnehmern, in dem 1/7 der Einkünfte mit einem festen Steuersatz wie bei Sonderzahlungen versteuert werden und
- Dringendst mehr Mittel für den Ausbau der IKT-Infrastruktur, um den Standort Österreich zu sichern. Gemessen an den Infrastrukturausgaben für Straße und Schiene sind die 10 Millionen Euro für die Breitbandinitiative des Bundes und die bescheidenen Ländermittel nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. (JR)

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