Kyrle verleiht UN Vienna Civil Society Award 2005

Preis geht an drei Initiativen aus Kolumbien, Iran und Weißrussland

Wien (OTS) - "Die Zivilgesellschaft ist ein unverzichtbarer
Partner bei der Behandlung globaler Fragen und Probleme. Sie ergänzt in vielfacher Weise die Bemühungen von Regierungen und internationalen Organisationen. Wir brauchen den Enthusiasmus und die Dynamik engagierter Menschen, die ihre außergewöhnliche Solidarität mit Menschen in Not unter Beweis stellen", sagte der Generalsekretär des Außenministeriums, Johannes Kyrle, heute anlässlich der Verleihung des UN Vienna Civil Society Award 2005.

Der UN Vienna Civil Society Award wird jedes Jahr an Personen und Organisationen verliehen, die sich in besonderem Maße im Kampf gegen Verbrechen, Drogenmissbrauch, Korruption, Menschenhandel und Terrorismus verdient gemacht haben. Die Initiative beruht auf der erfolgreichen Zusammenarbeit des österreichischen Außenministeriums, des United Nations Office on Drugs and Crime (UNODC) und der Stadt Wien. Die heutige Verleihung fand in Anwesenheit des Generaldirektors des Büros der Vereinten Nationen in Wien und UNODC-Exekutivdirektors, Antonio Maria Costa, sowie der Wiener Landtagspräsidentin Erika Stubenvoll statt.

Bei den diesjährigen Preisträgern handelt es sich um folgende Organisationen:

"Mothers against Drugs" aus Weißrussland betreuen drogensüchtige und mit HIV/AIDS infizierte Jugendliche und Häftlinge dank der Hilfe von 160 Mitgliedern in zwölf über das ganze Land verteilten Anlaufstellen. Das Projekt entstand aus einer beeindruckenden Initiative einiger weißrussischer Frauen und Mütter und wurde bereits in 1200 öffentlichen Schulen, Kollegs und Universitäten in über 30 Städten präsentiert. Im Rahmen dieser Tätigkeit wurde auch die anonyme Beratungsstelle "Your Choice" geschaffen, in der Drogensüchtige medizinisch und juristisch beraten werden.

"Albergue Infantil de Bogotá" aus Kolumbien holt Straßenkinder mittels einer kombinierten "Therapie" aus schulmedizinischer und alternativmedizinischer Behandlung sowie einem speziell auf die jeweilige Person abgestimmten Bildungsprogramm aus der Drogenszene heraus. Außerdem werden die Kinder über Suchtprävention, Umgang mit Sexualität, Gesundheit und Ernährungsprogramme aufgeklärt. Seit ihrer Gründung (erste Schritte des Projektes erfolgten 1958 nach der Gründung durch Yolanda Pulecio de Betancourt) haben bereits 5000 Kinder die Hilfe der Initiative in Anspruch genommen.

"Rebirth Charity Organization" aus dem Iran bietet ein spezielles Behandlungs- und Rehabilitationsprogramm für Drogensüchtige, das in zwölf Stufen absolviert wird. Bis heute hat die Organisation rund 20.000 Süchtigen geholfen, im Leben wieder Fuß zu fassen. Die Hälfte der Betreuten wurde vollständig von der Sucht geheilt. Das Projekt umfasst 26 Behandlungs- und Rehabilitationszentren in elf iranischen Provinzen mit 20 Angestellten und 250 Vollzeit-Volontären. Es wurde von ehemaligen Drogensüchtigen gegründet und wird weiterhin von diesen betreut.

Kyrle dankte in seiner Rede Generaldirektor Costa für die Bemühungen, die Zivilgesellschaft näher in das Arbeitsprogramm von UNODC einzubinden, sowie für die gute Zusammenarbeit bei der Auswahl der diesjährigen Preisträger und sagte UNODC die fortwährende Unterstützung Österreichs zu.

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