Laska: "Bildungspolitik ist Gesellschaftspolitik"

Wiens Bildungsstadträtin beim Alfred-Dallinger-Symposium der AK Wien

Wien (SPW) - "Wenn man über Bildungspolitik diskutiert, geht es immer auch um zwei grundsätzliche Ideologien: den konservativen Weg, bei dem die soziale und ökonomische Herkunft über die zukünftige Bildung entscheidet oder den sozialdemokratischen Weg, bei dem alle Menschen die gleichen Bildungschancen haben", erklärte die Wiener Bildungsstadträtin und Vizebürgermeisterin Grete Laska heute, Montag bei einer Diskussionsveranstaltung, die im Zuge des 2. Internationalen Alfred-Dallinger-Symposiums, das unter dem Titel "Bildung zwischen Staat und Markt" in der AK Wien stattfand. Bei jeder Diskussion um Bildung und Ausbildung gehe es daher auch immer um den Stellenwert von Bildung in einer Gesellschaft, kurz:
"Bildungspolitik ist Gesellschaftspolitik", so Laska.****

Bei dem konservativen Ansatz werde schon sehr früh über die Zukunft eines jungen Menschen entschieden. "Konservative Bildungspolitik zeichnet sich durch Selektion und die Abhängigkeit von der sozialen und finanziellen Herkunft aus. Das dieser Weg kein Erfolgsweg ist, zeigt uns die aktuelle Situation in Frankreich", betonte die Bildungsstadträtin. Dort habe die Politik viel zu lange Ausgrenzung betrieben und sei in der Sozial- und Gesellschaftspolitik untätig geblieben. "Junge Menschen wurden in Wohnghettos abgeschoben, ohne ihnen Perspektiven aufzuzeigen oder ihnen den Zugang zu Bildung zu ermöglichen. Diesem Weg stellen wir in Wien die sozialdemokratische Bildungspolitik entgegen", unterstrich Laska und führte folgende Kernpunkte an: "Förderung, so früh wie möglich. Deshalb arbeiten wir an einem Bildungsplan für die Wiener Kindergärten, der Bildungsstandard festlegt und die kreative, soziale und sprachliche Entwicklung der Kinder ab dem ersten Tag an fördert."

Die Bedeutung einer umfassenden Allgemeinbildung thematisierte auch der Vorsitzende der Wiener Volkshochschulen, LAbg. Michael Ludwig:
"Wir sehen, dass immer mehr Menschen Defizite bei den Kulturtechniken Lesen und Schreiben haben." Für diese Menschen werde es zunehmend schwerer auf dem Arbeitsmarkt eine adäquate Beschäftigung zu finden. "Die Stadt Wien reagiert hier, im Gegensatz zur Bundesregierung, mit passenden Angeboten im Bereich der Erwachsenenbildung, die den Menschen hilft, ihre Defizite auszugleichen." Schon jetzt investiere die Stadt Wien doppelt so viel in die Erwachsenenbildung der Wiener Volkshochschulen wie der Bund in ganz Österreich für Erwachsenenbildung ausgebe. "Neben dem Lesen und Schreiben liegt unser Schwerpunkt auf den Sprachen und dem Erwerb der so genannten social skills, also etwa dem sozialen Umgang mit anderen Menschen oder der Förderung der Teamfähigkeit. Dabei richten wir uns ganz an den Bedürfnissen der Menschen, denn sie stehen im Zentrum jeder Bildungs- und Gesellschaftspolitik", unterstrich Ludwig abschließend. (Schluss) lk

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