Breite NGO-Allianz fordert Andritz AG und RZB zum Rückzug aus Zellstoffprojekt in Borneo auf

Regenwaldzerstörung, Arbeitsplatzverluste und der Anstieg von Krankheiten drohen durch Industrieprojekt mit massiver österreichischer Beteiligung

Wien (OTS) - Eine breite Allianz aus sieben Umwelt- und Entwicklungsorganisationen, bestehend aus GLOBAL 2000, WWF, Greenpeace, Attac, ECA-Watch, der Arbeitsgemeinschaft Entwicklungszusammenarbeit (AGEZ) sowie der Koordinierungsstelle der Österreichischen Bischofskonferenz für Entwicklung und Mission (KOO), fordert die Raiffeisen Zentralbank (RZB) und die Andritz AG in einem gemeinsamen Brief zum sofortigen Ausstieg aus dem umstrittenen Zellstoffprojekt von "United Fiber System (UFS)" auf Borneo auf. UFS errichtet mit Geldern der Raiffeisen Zentralbank in der Höhe von 21 Millionen US-Dollar eine Hackschnitzelfabrik in Südkalimantan/ Indonesien, durch die mindestens 40.000 Hektar wertvoller Tieflandregenwälder in der Region akut von der Abholzung bedroht werden.

Die Maschinen für die Anlage stammen von der Andritz AG. Weiters plant UFS die Errichtung einer riesigen Zellstofffabrik in der Region, deren Maschinen im Wert von über 250 Millionen US-Dollar ebenfalls die Andritz AG liefern soll. Durch die Zellstofffabrik sind weitere zehntausende Hektar Regenwälder von der Vernichtung bedroht, da nicht genügend Holzplantagen für die nachhaltige Rohstoffversorgung der Fabrik existieren. Durch die Abwässer der Zellstofffabrik werden laut firmeneigenem Umweltgutachten zudem die Fischgründe der Region zerstört und bis zu 1200 Fischerfamilien ihre Existenz verlieren. Diese schlimme Umweltbilanz wird auch nicht durch die 700 Arbeitsplätze aufgehoben, die geschaffen werden sollen. "Das Projekt ist ein umwelt- und entwicklungspolitisches Fiasko!", meint daher Daniel Hausknost, Regenwaldsprecher von GLOBAL 2000. "Die lokale Bevölkerung wird deutliche Arbeitsplatzverluste vor allem in den unteren Einkommensschichten erleiden und noch dazu werden Krankheiten wie Malaria, Dermatitis und akute Atemwegserkrankungen laut Firmenprognosen dramatisch ansteigen", so Hausknost.

"Mit großer Sorge beobachten wir die Beteiligung von Andritz AG und RZB an dem äußerst bedenklichen Projekt in Borneo. In Indonesien hat das Fehlen von wirksamen Umwelt- und Sozialstandards in der Vergangenheit zu massiven ökologischen und sozialen Problemen und zu einer hohen Auslandsverschuldung geführt. Wir appellieren an Andritz AG und RZB, soziale und ökologische Verantwortung ernst zu nehmen", so Hilde Wipfel, Fachreferentin der KOO. Der vierseitige Brief der Umwelt- und Entwicklungsorganisationen wurde an Dr. Walter Rothensteiner, Generaldirektor der RZB, sowie an Dr. Wolfgang Leitner, CEO der Andritz AG, adressiert.

Der Brief ist unter www.global2000.at abrufbar.

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