Reichtumsbericht: Obersten 10% besitzen zwei Drittel des Gesamtvermögens in Österreich

Auf immer mehr Vermögen gibt es immer weniger Steuern. Dafür: Auf sinkende Löhne immer mehr Abgaben. Und immer höhere indirekte Steuern.

Wien (OTS) - "Die obersten 1% der Bevölkerung besitzen 34% des Gesamtvermögens, die obersten 10% zwei Drittel des Gesamtvermögens.", das ist das Ergebnis des im aktuellen Sozialbericht kaum wahrgenommen Reichtumsberichtes Dieses Reichtumskapitel entstand unter anderem durch Anregung der Armutskonferenz, die auch im Projektbeirat vertreten war.
( www.armut.at/armut_in_oesterreich_reichtum_verteilung_zahlen.htm )

Die obersten 1% besitzen 34% des Gesamtvermögens.

Zum Gesamtvermögen gehören Geldvermögen, Immobilienvermögen und Unternehmensbesitz. Die Gewinnquote wie auch die Gesamtvermögen steigen. In den vergangenen Jahrzehnten ist der Lohnanteil am Volkseinkommen deutlich zurückgegangen, die Besitzeinkommen und die Einkünfte aus Finanzvermögen dagegen stark angewachsen. Die bereinigte Lohnquote fiel von 71% im Jahr 1981 auf 59% im Jahr 2003. Die Reallöhne und die realen Gehälter pro Kopf stiegen von 1980 bis 2003 langsamer als die gesamtwirtschaftliche Produktivität. Bei den Niedrigsteinkommmen gibt es Reallohnverluste.

Auf immer mehr Vermögen gibt es immer weniger Steuern. Dafür: Auf sinkende Löhne immer mehr Abgaben. Und immer höhere indirekte Steuern.

Die geringen Einkommen werden voll von den indirekten Steuern getroffen. Das unterste Einkommensdrittel wird durch Massensteuern doppelt so stark belastet wie das oberste. Um 466 Euro zahlen Österreichs Haushalte seit dem Jahr 2000 im Schnitt mehr Abgaben als davor (Statistik Austria).

Knapp 42% der Steuereinnahmen sind aus der Umsatz und den Verbrauchssteuern, 30% aus der Lohnsteuer und nur 16% des Steueraufkommens entstehen aus der Einkommens-, Körperschafts- und Kapitalertragssteuer. "Wir haben zwar eine progressive Lohn- und Einkommenssteuer, sie hat aber nur einen relativ niedrigen Anteil am gesamten Steueraufkommen. Ein progressiveres Steuersystem und ein Steuersystem in dem die direkten Steuern einen höheren Stellenwert einnehmen, ist eine notwendige Bedingung für ein finanziell nachhaltiges Sozialsystem, das Armut vermeidet.", so die Armutskonferenz.

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