Neues Volksblatt: "Säule" (von Markus Ebert)

Ausgabe vom 17. November 2005

Linz (OTS) - Auch wenn demnächst mit Auszahlungen aus dem Entschädigungsfonds an die NS-Opfer begonnen werden könnte: Nicht die bloße Bereitstellung von Finanzmitteln, sondern das uneingeschränkte Bekenntnis zur Wiedergutmachung ist das Entscheidende in dieser Causa. Geld kann nichts von dem ungeschehen machen, was den Opfern des Nationalsozialismus widerfahren ist. Geld kann unermessliches menschliches Leid nicht lindern, weil dieses Leid in herkömmlichen ökonomischen Maßstäben nicht zu messen ist.
Nach den Worten des Bedauerns über die Gräuel der Nazizeit, der Diskussion über Mitverantwortung und Schuld sind aber die Entschädigungszahlungen auch eine Säule, auf der die Bewältigung dieser dunklen Jahre aufbauen kann. Dass es ausgerechnet die schwarz-blaue Regierung war, die schon kurz nach ihrem Antritt im Jahr 2000 in dieser Frage Taten setzte, braucht nicht extra berühmt zu werden, ist aber ein Faktum.
Österreich hat sich spät einem dunklen Kapitel seiner Vergangenheit gestellt. Dass es im Gedankenjahr einen positiven Abschluss gibt, darf dennoch mit Wohlgefallen vermerkt werden.

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