Wiener Zeitung: Andreas Unterbergers Kommentar

Wien (OTS) - Der gerechte Handel

Kurt Falk war eine der spannendsten Persönlichkeiten des österreichischen Journalismus - und er litt darunter, dass die auflagenmäßig erfolgreichste Zeitung stets als das Werk Hans Dichands galt.

Mit umso größerer Verbissenheit stürzte er sich deshalb in seiner zweiten Lebenshälfte in jene Medien, die ihm alleine gehörten. Er schrieb diese oft mehr als zur Hälfte selbst, verzichtete aber auf die Hinzufügung seines Autorennamens. So blieben seine wilden Ausfälle etwa gegen die Horde "Wahnsinniger", die Österreich in die EU geführt habe, immer anonym. Gesellschaftlicher Respekt war naturgemäß auf diese aggressive Weise nicht zu erringen. Was nichts daran ändert, dass Falk nicht nur (zum Teil) Schöpfer der Nummer eins des Printmarktes, sondern auch (zur Gänze) der Nummer zwei gewesen ist.

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Österreichs Agrarvertreter verkünden: Ein gerechter globaler Agrarhandel ist möglich - wenn Ernährungssicherheit und soziale Mindeststandards gesichert wären. Also ist er unmöglich.
Denn "Ernährungssicherheit" heißt letztlich, wir erzeugen alles selbst und brauchen daher keine Importe. Und "soziale Standards" kann nur heißen: Die Afrikaner oder Lateinamerikaner dürfen uns erst dann etwas verkaufen, wenn dort jeder Arbeiter etwa drei Wochen Mindesturlaub hat.

Das wäre etwa so, wie wenn Österreich in der Vergangenheit kein Kilo Butter hätte exportieren dürfen, weil zumindest bis vor kurzem auf vielen Bauernhöfen die Mitarbeit von Kindern selbstverständlich gewesen ist. Was bis heute noch an den Schulferien ablesbar ist.

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Auch das Tagebuch kann irren - manche meinen sogar, es tue dies besonders oft . . .

Jedenfalls ist festzuhalten, dass die ORF-Mitarbeiterin, die einen SPÖ-Wahlaufruf unterzeichnet hat, nicht die ZiB-Moderatorin Danielle Spera gewesen ist (auf die der Wortlaut einer Tagebuch-Notiz hingedeutet hat), sondern ihre namensähnliche Kollegin von den "Alltagsgeschichten". Pardon.

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