Drogentote in Wien: Kommunikationsproblem zwischen Drogenkoordination und zuständiger Magistratsabteilung

Gesundheitsministerium übermittelte Obduktionsbefunde von Drogentoten bereits im August 2005

Wien (OTS) - Verwundert zeigten sich heute, Mittwoch, die Verantwortlichen im Gesundheitsministerium über den Vorwurf des Wiener Drogenkoordinators Michael Dressel. Dieser behauptete in einem Interview, die Obduktionsberichte von Drogentoten lägen trotz einer Einigung in diesem Punkt noch immer nicht vor. Entsprechende Maßnahmen gegen die steigende Zahl an Drogenopfern in Wien könnten jedoch nur ergriffen werden, wenn konkrete Untersuchungsergebnisse der Todesfälle vorlägen.

Der Bundesdrogenkoordinator im Gesundheitsministerium Franz Pietsch, reagierte mit Unverständnis auf diese Kritik. Schon im August habe man die für das Jahr 2005 vorliegenden Obduktionsgutachten übermittelt. Geschickt habe man sie allerdings nicht an den Fonds Soziales Wien, an den die Gemeinde die Drogenhilfe ausgelagert hat, sondern - aus Datenschutzgründen - an das Gesundheitsamt (MA 15) als zuständige Behörde. Von einem "Skandal" könne also keine Rede sein!

"Sollten die Daten innerhalb der Wiener Verwaltung nicht weitergegeben worden sein, dann liegt das nicht am Ministerium", so Pietsch. "Offensichtlich gibt es hier ein internes Kommunikationsproblem zwischen der Drogenkoordination und der MA 15." Auch auf ältere Befunde könnten die zuständigen Stellen jederzeit Einsicht nehmen.

Rückfragen & Kontakt:

BM für Gesundheit und Frauen
Ministerbüro
Mag. Daniela Reczek
Tel.: ++43 1 711 00/4378
daniela.reczek@bmgf.gv.at
http://www.bmgf.gv.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | BGF0001