Staatsopern-Direktor Holender: "Ich lasse mir nicht den Mund verbieten"

Hamburg (ots) - Ioan Holender, Direktor der Wiener Staatsoper,
nimmt in der ZEIT zu Kritiken Stellung, die nach seiner Festrede anlässlich des 50-jährigen Jubiläums der Wiedereröffnung der Wiener Staatsoper in der vergangenen Woche laut geworden waren. In seiner Rede hatte Holender an "den gleitenden Übergang" von der NS-Ära zur Zweiten Republik erinnert, der auch an seinem Haus erkennbar gewesen sei. Er hatte darauf hingewiesen, dass Karl Böhm sowohl der letzte Staatsopern-Direktor der NS-Ära als auch der erste der Zweiten Republik gewesen war. Karlheinz Böhm, der Sohn des verstorbenen Dirigenten, hat daraufhin in einem Interview mit dem Magazin profil gefordert, Holender möge "den Mund halten".

Zu seiner Rede und der Kritik daran nimmt Ioan Holender in der ZEIT Stellung: "Für meine offenen Worte hat man mir besonderen Mut attestiert. Man braucht also noch immer Mut, um in Österreich Wahres auszusprechen - das ist allerdings enttäuschend. Ich werde mir aber nicht den Mund verbieten lassen - auch nicht von Karlheinz Böhm, der offensichtlich meint, es sei unangebracht, auf gewisse Kontinuitäten hinzuweisen und darauf, dass sein Vater letzter Direktor der Staatsoper in der NS-Ära war und danach der erste in der Zweiten Republik. Das ist die Wahrheit."

Den kompletten Text der ZEIT Nr. 47 vom 17. November 2005 senden wir Ihnen gerne zu.

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