ÖH: Absurd - Absurder - Universitätsbericht

Wie man einen Universitätsbericht ad absurdum führt

Wien (OTS) - Die ÖH (Österreichische HochschülerInnenschaft) bemängelt an dem vorliegendem Universitätsbericht des Bildungsministeriums nicht nur die Inkonsequenz bei der Wahl der Darstellungsformen, sondern auch die Angaben falscher Daten und das Vorspielen falscher Tatsachen. Der Bericht stellt lediglich eine unkritische und unreflektierte Tatsachensammlung dar. Er übersieht die eklatanten Mängel an den Universitäten und setzt sich in keinster Weise mit noch zu bewältigenden Herausforderungen auseinander.

"Dieser Bericht ist eine Farce", empört sich Barbara Blaha aus dem Vorsitzteam der ÖH. "Bei den Informationen über die soziale Herkunft der Studierenden werden die Zahlen für 2003 einfach ausgespart. In diesem Punkt werden uns also Zahlen aus dem Jahr 2002, das Erscheinungsjahr des letzten Hochschulbericht, aufgetischt und die folgenden zwei Jahre einfach übersprungen." Blaha weiter: " Bei dem Teil über die soziale Lage der Studierenden handelt es sich um eine bloße Beschreibung des Status Quo. Kein Wort über die fehlende Inflationsanpassung sei 1998/99 bei den Stipendien, über die Zuverdienstgrenze oder darüber dass ein Studium im Ausland unmöglich gemacht wird."

Rosa Nentwich-Bouchal aus dem Vorsitzteam: "Den nächste Höhepunkt der Absurdität stellt die Angabe sich widersprechender Zahlen der vergangen Jahre in den Hochschulberichten 2002 und 2005 dar. Bei Angaben über MaturantInnen und AbsolventInnen wird hier frei nach dem Motto ‚Wer bietet mehr?’ mit Zahlen jongliert. Auch bei der Angabe in Prozent- und absoluten Zahlen gibt es kein fortlaufendes System." "Auch die angepriesene Evaluierung der Lehrveranstaltungen durch die Studierenden wirft Fragen auf. Diese existiert österreichweit de facto nicht", so Nentwich-Bouchal weiter. "Das neue undemokratische ÖH-Gesetz beschreibt lediglich die Rechte der Universitätsvertretungen, die sie bislang ohnehin schon inne hatten und preist diese als Stärkung dieser Ebene an."

"Erfreulich an diesem Bericht scheint, dass das Ministerium selbst die Zugangsbeschränkungen ad absurdum führt", so das Vorsitzteam. "So findet sich auf der Seite 94 der Satz ‚Aber auch die AbsolventInnen der Psychologie (von 1981 bis 2002 Versiebenfachung), Publizistik ... weisen keine überdurchschnittlich hohen Arbeitslosenquoten auf’. Demnach scheint ein Bedarf an AbsolventInnen dieser Studienrichtungen zu bestehen.", stellt das Vorsitzteam fest. "Warum also werden diese Studien beschränkt, wenn doch die Nachfrage am Arbeitsmarkt zu bestehen scheint? Mit dieser Aussage widerspricht sich das Ministerium selbst in der eigens propagierten Arbeitsmarktlogik. Dass das Ministerium einmal über den Tellerrand blickt und die Universitäten als Ort des gesellschaftlichen Diskurses erkennt, erwarten wir uns schon lange nicht mehr."

Das Vorsitzteam ist sich einig: "Mit diesem Bericht ist niemandem gedient. Er ist nur schade, dass mit den vorliegenden Daten keine statistischen Vergleiche des Bildungssystems über einen längeren Zeitraum möglich sind. Rühmen braucht sich das Ministerium dessen mit Sicherheit nicht."

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