Broukal zu Hochschulbericht 2005: Unis bleiben Stiefkinder dieser Regierung

Eigene Zahlen des Ministeriums bestätigen Kritik der SPÖ

Wien (SK) - "Der Hochschulbericht 2005 beweist ganz klar: Seit die ÖVP die Verantwortung für die Unis trägt, wird nur noch auf Teufel komm raus gespart. Die Bedürfnisse der Unis, die Bedürfnisse der Studierenden bleiben auf der Strecke", sagt SPÖ-Wissenschaftssprecher Josef Broukal Mittwoch gegenüber dem Pressedienst der SPÖ. ****

Die Zahlen

Um durchschnittlich 7,2 Prozent pro Jahr stiegen die Hochschul-Budgets zwischen 1990 und 1999. Seit dem Jahr 2000 steigen sie im Schnitt nur noch um 1,0 Prozent jährlich.
Gemessen an der Entwicklung des Volkseinkommens sinken die Hochschul-Budgets seit dem Jahr 2000. 1999, im letzten SPÖ-verantworteten Uni-Jahr, bekamen die Unis 1,20 Prozent vom BIP zugewiesen. 2006 werden es nur noch 0,98 Prozent sein.

Auch bei der Zahl der ProfessorInnen gibt es seit 2001 keine gute Nachricht. Damals kamen auf einen Professor 92 Studierende, im Jahr 2004 waren es 98 Studierende.

Die Akademikerquote bleibt seit 2000 erschreckend niedrig: 7 Prozent bei den Uni-AbsolventInnen (OECD-Durchschnitt: 15 Prozent), bei Einrechnung von Lehrerausbildung, Kollegs und Werkmeisterausbildung kommt Österreich immer noch auf magere 15 Prozent, das OECD-Mittel wäre 23 Prozent.

Wenn's leicht geht, wird auch ein wenig gemogelt

Auf der Habenseite verbucht das Bildungsministerium gerne den Anstieg der Studienabschlüsse im Studienjahr 2003/04. Die Wahrheit ist: In den Jahren 1998 und 1999 gab es einen großen Anstieg der StudienanfängerInnen. "Es ist daher nur logisch, dass jetzt auch mehr Studierende mit dem Studium fertig werden. Auf diesen Zusammenhang 'vergisst' das Ministerium wieder einmal. Da mogelt man sich durch und beruft sich auf den Antreibe-Effekt der Studiengebühren", so Broukal.

Regierung bietet Unis wenig Entwicklungschancen

Wer hofft, dass diese Regierung in den nächsten Jahren den Unis einen Aufbau möglich macht, werde vom Hochschulbericht 2005 enttäuscht. Keine guten Nachrichten für die Unis, Stagnation ist angesagt. Das Bildungsministerium erwartet im Hochschulbericht bis zum Jahr 2020 keine wesentliche Steigerung: Die Abschlussquote bleibt bis dahin bei mageren 14 bis 15 Prozent.

SPÖ verspricht "echte Uni-Milliarde"

"So kann es nicht weiter gehen. Österreich braucht mehr AkademikerInnen. Die Unis brauchen die Mittel, um mehr junge Menschen aufnehmen und ausbilden zu können", sagte der SPÖ-Wissenschaftssprecher. Die Uni-Rektoren haben für die Jahre 2004 bis 2009 einen Mindest-Zusatzbedarf von 800 Millionen Euro errechnet, bekommen sollen sie davon nur zwei Drittel (525 Millionen Euro). Die SPÖ fordert, dass den Unis ab dem Jahr 2006 200 Millionen Euro mehr gegeben werden als derzeit. Sie wird dies im Nationalrat beantragen. (Schluss) cs

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