Niederwieser: SPÖ fordert Sofortmaßnahmen bei Begleit- und Förderlehrern

Wien (SK) - "Paris und Frankreich sind weit, aber nah genug, um
uns eine Warnung zu sein", so SPÖ-Bildungssprecher Erwin Niederwieser am Mittwoch im Parlament angesichts der steigenden Jugendarbeitslosigkeit und der erschreckenden Ergebnisse der PISA-Studie. Niederwieser forderte die Bundesregierung auf, gerade im Bereich des Begleit- und Förderunterrichtes Sofortmaßnahmen zu ergreifen und kündigte einen entsprechenden Antrag der SPÖ an. ****

Wenn Abgeordnete der ÖVP Caritas-Präsident Küberl mit der Aussage zitieren würden, dass es 80 Prozent der Jugendlichen in Österreich "ziemlich gut" gehen würde, dann müsse man sich fragen, was mit den restlichen 20 Prozent sei. "Was ist mit einer solidarischen Gesellschaft", fragte Niederwieser, der betonte, dass man sich gerade um diese 20 Prozent kümmern müsse. Wenn die PISA-Studie zeige, dass 20 Prozent der 15jährigen ungenügende Kenntnis in Lesen und Mathematik haben, dann sei dies schockierend. Ebenso, wie der Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit auf 60.000. "Ist das die erfolgreiche Politik, wie sie die Bundesregierung darstellt?", so Niederwieser. Für diese 20 Prozent der Jugendlichen, die in der Schule nicht ausreichend gelernt haben, was sie fürs Leben brauchen, sei die Bundesregierung verantwortlich, führte Niederwieser aus.

Niederwieser betonte auch, dass es zwar ein gern genutztes Spiel sei, Mängel in Wien an die Wiener Stadtregierung zu verweisen, bei der Frage des zurückgegangen Begleitunterrichts sei dies aber völlig falsch. "Nach der Bundesverfassung erlässt die Ministerin den Stellenplan. Deshalb ist auch sie verantwortlich, wenn es nicht funktioniert", so Niederwieser.

Die SPÖ fordere Sofortmaßnahmen, so der SPÖ-Bildungssprecher, der eine Öffnung der Berufsschulen auch für Jugendliche ohne Lehrplatz nannte. Außerdem fordert die SPÖ 700 bis 800 zusätzliche Begleit- und Förderlehrer für die 20.000 betroffenen Jugendlichen, die auch heuer wieder mit nicht ausreichenden Fähigkeiten die Schule verlassen würden. Dies würde auch von der Landeshauptleutekonferenz gefordert und werde, so Niederwieser von der SPÖ als Antrag im Parlament eingebracht werden. "Paris und Frankreich sind weit, aber nah genug, um uns eine Warnung zu sein", so Niederwieser abschließend. (Schluss) js

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