"O`zapft is": Rohölpreie in der Einbahnstraße?

Müller: Tankstellenpächter doppelt unter Druck - Ausdünnung des Versorgungsnetzes zu erwarten

Wien (PWK873) - "Es ist Zeit, vom Aktionismus abzurücken. Weder mehr Automatentankstellen noch eine handverlesene Anzahl von Tankstellen der öffentlichen Hand können darüber hinwegtäuschen, dass auch die Tankstellenpächter Opfer der Preissteigerungen auf den Ölmärkten sind. Sie stehen nun doppelt unter Druck: Durch die Unmutsäußerungen der Konsumenten und durch die beinharten Vorgaben der Betreiber", nimmt der Obmann des Fachverbandes der Tankstellen in der Wirtschaftskammer Österreich, Ferdinand Müller, am Mittwoch zur aktuellen Benzin- und Ölpreisdiskussion Stellung.

Die Preisentwicklung hat bereits zu einem Umsatzrückgang von über zehn Prozent geführt. Die durchwegs schlechte Eigenkapitalausstattung bewirkt, dass bereits etliche Tankstellenpächter aufgeben mussten. Weitere Schließungen und damit eine Ausdünnung des Versorgungsnetzes sind nach Ansicht des Tankstellen-Sprechers zu erwarten.

Die Zahl der Markentankstellen ist in Österreich, wie kürzlich berichtet, auch 2004 zurückgegangen. In den letzten 15 Jahren hat sie sich auf 1.833 Stationen halbiert.

Häufig wird, so Müller, auf die begrenzten Rohölvorkommen hingewiesen. Dies lässt außer acht, dass die Fördermethoden ständig verbessert und auch immer wieder neue Lagerstätten gefunden werden, beispielsweise neue Ölsand- und Ölschiefervorkommen in Kanada und Venezuela. "Daraus ergibt sich ein immer noch unglaublich großes Rohölangebot. Unser Energiehunger dürfte noch auf längere Zeit gedeckt werden können".

Müller hält es für möglich, dass durch die wirtschaftlich werdende Aufschließung neuer Vorkommen die Preise unter Druck kommen: "Wir werden zwar keine Preise unter 20 Dollar mehr erwarten können, aber ein Preis in Richtung 30 Dollar pro Barrel ist denkbar".

Auch in früheren Jahren sei in einer Situation, in der jeder glaubte, die Rohölpreise könnten nur steigen, ganz plötzlich durch einige Anlässe eine Umkehr dieses Trends erfolgt. Es wurden wieder niedrigere Preise erreicht. "Dies wird auch dieses Mal geschehen, die Frage ist nur wann. Und wie wir diese Phase auch volkswirtschaftlich durchstehen können", schließt Müller seine Überlegungen. (hp)

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