Grünewald: Universitätsbericht zeigt Versäumnisse der Regierung auf

Universitäten haben keinen Grund zum Jubeln

Wien (OTS) - "Die Universitäten haben wahrlich keinen Grund zum Jubeln", befindet Kurt Grünewald, Wissenschaftssprecher der Grünen, angesichts der Publikation des Universitätsberichts 2005. Der Bericht zeige klar die Versäumnisse der Bundesregierung in Sachen Universitätspolitik auf. Weder das Budget, noch die AkademikerInnenquote und schon gar nicht die Entwicklung der Studierendenzahlen attestierten der Regierungspolitik ein gutes Zeugnis.
"Im Gegensatz zu den Jubelmeldungen von Bundeskanzler Schüssel und Wissenschaftsministerin Gehrer sind die wichtigsten Kennzahlen der schwarz-blau-orangen Hochschulpolitik ernüchternd. Abgesehen davon wurden Zahlen etlicher Jahrgänge ausgespart, andere unterscheiden sich von denen, die in den jährlich veröffentlichten Statistischen Taschenbüchern des Wissenschaftsressorts angegeben werden", so Grünewald.
Das Hochschulbudget stagniere seit Antritt der Bundesregierung bei knapp über 1 % am BIP und sei bislang nicht mehr auf das Niveau von 1995 angehoben worden. Damals habe das Hochschulbudget 1,22 % am BIP betragen. "Angesichts der erst letzte Woche von Kanzler Schüssel und Ministerin Gehrer präsentierten sogenannten Universitätsmilliarde ist das ein Armutszeugnis! Im OECD-Schnitt beträgt das Hochschulbudget seit Jahren fast 1,8 % am BIP - das ist 'Weltklasse', Frau Minister", so Grünewald

Auch bei der AkademikerInnenquote liege Österreich mit 15 % nach wie vor deutlich unter dem OECD-Schnitt von 23 %. "In der OECD rangiert Österreich mit diesem Ergebnis auf Rang 23 von 30, in der EU auf Platz 13 von 19. "Wenn das Grund zum Jubeln ist, dann sehe ich für die Zukunft der Wissensgesellschaft in Österreich schwarz", so Grünewald.

Die Einführung von Studiengebühren im Wintersemester 2001 hat einen Rückgang der Studierendenzahlen um 20% auf 194.763 Studierende bewirkt. Auch wenn in der Zwischenzeit die Anzahl der StudienanfängerInnen wieder auf das Niveau vor Einführung der Studiengebühren gestiegen ist, liegt die Gesamtzahl der Studierenden im Jahr 2005 über 10 % unter dem Niveau von 2000. Zur Zeit sind 211.000 Studierende an österreichischen Unis inskribiert. Österreich ist neben Frankreich das einzige Land, in dem es in dem für die OECD-Studie relevanten Erhebungsjahr weniger Studierende gab als 1995. Österreich hatte mit 242.598 Studierenden im Wintersemester 2000/01 bereits vor Einführung der Studiengebühren deutlich weniger Studierende als die meisten EU- und OECD-Staaten.

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