• 15.11.2005, 16:30:42
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OeNB-Direktor Christl: "Effizienter Regulierung kommt Schlüsselfunktion bei der weiteren Integration der europäischen Finanzmärkte zu"

Wien (OTS) - Die Länder Zentral- und Osteuropas durchliefen im
letzten Jahrzehnt einen beeindruckenden Transformationsprozess.
Dieser brachte nicht nur einen Anstieg des Einkommensniveaus mit
sich, sondern auch die Vertiefung ihrer Finanzstrukturen, erläuterte
der Direktor der Oesterreichischen Nationalbank, Univ.-Doz. Dr. Josef
Christl in seiner Rede zum Abschluss der diesjährigen Conference on
European Economic Integration.

Der zweite Tag der Konferenz stand im Zeichen der Präsentation von
ausgewählten Forschungsarbeiten zu den Themenbereichen Wechselwirkung
zwischen Finanzsektor und Wirtschaftswachstum, Auswirkungen der
Eigentümerstruktur von Banken auf die Finanzstruktur des betreffenden
Landes, Fragen der Banken- und Finanzmarktstabilität, Integration der
neuen mit den alten EU-Mitgliedsländern sowie Fragen betreffend
systemische Risiken im Bankbereich. Die präsentierten Studien belegen
die anhaltenden Unterschiede zwischen den Finanzmarktstrukturen in
den zentral- und osteuropäischen Ländern und dem Euroraum. Wie
Direktor Christl betonte, sei ein vollständiges Verschwinden dieser
Differenzen in absehbarer Zeit nicht zu erwarten. Die
Wirtschaftspolitik könne jedoch die Integration der europäischen
Finanzmärkte vorantreiben, wobei einer effizienten Regulierung eine
Schlüsselfunktion zukommt.

Angesichts des verbleibenden Aufholpotenzials dürften die zentral-
und osteuropäischen Finanzmärkte über die kommenden Jahre einem
weiterhin dynamischen Wachstums¬prozess entgegenblicken. Dieser
Prozess, vor allem die schnell wachsende Kreditvergabe an Unternehmen
und Haushalte, muss von den zuständigen Aufsichtsorganen aufmerksam
verfolgt werden, um Risiken für die makroökonomische Stabilität und
die Finanzmarktstabilität rechtzeitig erkennen zu können. In diesem
Zusammenhang hob Direktor Christl hervor, dass die Diskussionen und
Aktionen der zuständigen Behörden bereits in den vergangenen Jahren
gezeigt hätten, dass sich die Träger der Wirtschaftspolitik in den
betroffenen Ländern ihrer Verantwortung durchaus bewusst sind.

Wie die abschließende Podiumsdiskussion zeigte, bleiben die
zentral- und osteuropäischen Finanzmärkte im Visier westeuropäischer
und internationaler Banken. Diese sind bestrebt, am gewinnträchtigen
Bankgeschäft in dieser Region teilzuhaben, und sie sind auch für die
damit einhergehenden Herausforderungen gewappnet. Dabei muss das
Eigeninteresse der Banken,

Risiken unter Kontrolle zu halten, durch effiziente Regulierung
und Aufsichtspraktiken unterstützt
und ergänzt werden. Direktor Christl verwies jedoch auch auf
Bereiche, wo noch Anstrengungen notwendig seien, wie zum Beispiel bei
der gezielten Überwachung von Finanzkonglomeraten und von
nichtmonetären Finanzinstituten oder bei der Aufsichtsstruktur von
grenzüberschreitenden Finanzinstituten.

Abschließend fasste Direktor Christl zusammen, dass die Vertiefung
der zentral- und osteuropäischen Finanzmärkte und deren Integration
mit dem Euroraum ein wesentliches Element der ökonomischen und
politischen Integration in Europa darstellen. Diese Entwicklung
sollte den ökonomischen Aufholprozess in diesen Ländern unterstützen
und Wachstum, Beschäftigung und Lebensstandard in Europa begünstigen.

Nähere Informationen über die Konferenz können der
Osteuropa-Plattform der OeNB http://ceec.oenb.at entnommen werden.

Rückfragehinweis:
Oesterreichische Nationalbank
Sekretariat des Direktoriums /
Öffentlichkeitsarbeit
Tel.Nr.: (++43-1) 404 20 DW 6666
http://www.oenb.at

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