- 15.11.2005, 14:17:56
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Schule: Spagat zwischen sozialer Kompetenz und Unternehmertum
Wien (OTS) - Vor dem Hintergrund zunehmender Gewalt in Schulen und
einem erhöhten Konfliktpotenzial einerseits und den immer komplexeren
Anforderungen an den Lehrberuf andererseits wird der Ruf nach
innovativen Beratungsformen für LehrerInnen und DirektorInnen immer
lauter. "Supervision an Schulen wird immer wichtiger", lautete der
Tenor der TeilnehmerInnen des Pressegesprächs der Österreichischen
Vereinigung für Supervision, das am Montag in Wien stattfand. Der ÖVS
gehören über 1000 zertifizierte und qualitätsorientierte
SupervisorInnen in ganz Österreich an.
An Schulen werden neue Organisationsformen benötigt, LehrerInnen
werden mit immer komplexeren Aufgaben konfrontiert und brauchen
unterstützende Strukturen, um nicht den Überblick zu verlieren.
Supervision als Teil des "lebenslangen Lernens" kommt hier eine
Schlüsselrolle zu. Gerade in den Hauptschulen erhebt man oft den
Anspruch, dass LehrerInnen für das Nachholen von sozialen
Entwicklungen verantwortlich sind. Doch der Lehrer, der sich dem
steigenden Druck von allen Seiten ausgeliefert sieht, kann an diesen
Forderungen zerbrechen und "ausbrennen". "Psychisch starke Lehrer
sind die Basis für starke Schulen", so Hauptschullehrer Dipl. Päd.
Michael Peukert, "Lehrer haben es nicht gelernt, Beratung in Anspruch
zu nehmen und werden gebrandmarkt, wenn sie Unterstützung
einfordern". Supervisorin Madeleine Castka: "Es geht nicht um
Defizite, sondern darum, Qualität zu sichern und Qualität zu
steigern."
Supervision trägt zur Motivation der LehrerInnen bei. Dr. Wolfgang
Knopf, Supervisor und ÖVS-Vorsitzender: "Die Arbeit der LehrerInnen
beschränkt sich längst nicht mehr auf das Klassenzimmer."
Offensichtlich hat ein Autoritätswandel stattgefunden. Waren früher
LehrerInnen und Eltern Verbündete, sind LehrerInnen heutzutage oft
mit Forderungen der Eltern konfrontiert, die nicht erfüllt werden
können. Die Folge ist Demotivation. Damit LehrerInnen Wissen optimal
weiter vermitteln können, ist es notwendig, das Interesse sowohl am
Gegenstand als auch an den Kindern aufrecht zu erhalten. Knopf:
"Supervision hilft, um im Job fit zu bleiben! Was in der Wirtschaft
gang und gebe ist, sollte auch an Schulen eine Selbstverständlichkeit
sein. Mag. Elfriede Jarmai, Direktorin der Wiener AHS
Ödenburgerstraße: "Schulen in Österreich haben oft die Größe von
Großbetrieben, doch externe professionelle Beratung wird nur von ein
bis zwei Prozent aller LehrerInnen in Anspruch genommen. Dabei sollte
gerade hier investiert werden, denn so Jarmai: "Geht es den Lehrern
gut, geht es auch den Kindern gut!".
Im Rahmen der ÖVS bieten rund 365 ÖVS-SupervisorInnen ihre
Dienstleistung für Schulen an, weitere 13 stehen am Pädagogischen
Institut in Wien zur Verfügung. Die Forderung der ÖVS: "Freie
SupervisorInnenwahl und realistische Finanzierungsmodelle". Denn
derzeit zahlen viele LehrerInnen externe Beratungsstunden aus eigener
Tasche, auch Elternvereine tragen bisweilen die Kosten. Knopf: "Das
Unternehmen Schule geht uns alle an, denn es geht um die Zukunft
unserer Kinder. Supervision ist ein Instrument der
Professionalisierung und sollte daher selbstverständlich in den
Schulalltag integriert werden."
Die gesamte Pressemappe ist unter www.oevs.or.at abrufbar.
Rückfragehinweis:
Sabine Pöhacker, comm:unications - Agentur für Text, PR & Events,
Tel.: 01 / 315 14 11- 0 E-Mail: sabine.poehacker@communications.co.at
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