Neues Volksblatt: "Reiche Steuer" (von Christian Buchar)

Ausgabe vom 15. November 2005

Linz (OTS) - Bei der Debatte um die deutsche "Reichensteuer" und Österreich darf die Relation nicht aus den Augen gelassen werden:
Grassers "Nein" zu neuen Steuererhöhungen erfolgt auf der Basis hier zu Lande deutlich höherer Spitzensätze: 50 Prozent und nicht 45 wie künftig in Deutschland. Und darüber hinaus setzt der Spitzensteuersatz im Vergleich auch schon bei geringerem Einkommen ein - während die jetzige Zusatzsteuer in Deutschland eine Belastung für wirklich "Superreiche" darstellt.
Für Österreich ist die umgekehrte Diskussion - eine Senkung des Spitzensteuersatzes bzw. eine Anhebung jener Einkommensgrenze, ab der er zum Tragen kommt - angesagt. Dafür sprechen mögliche Impulse für den Konsum und damit die Konjunktur, dagegen die jüngste Steuerreform, die finanziell erst verdaut werden muss. Fakt ist, dass das besser verdienende Segment jetzt einen wesentlichen solidarischen Beitrag zum Gesamtgefüge leistet. Tatsache ist freilich auch, dass der Höchststeuersatz heute schon in weite Teile dessen hineinreicht, was gemeinhin als Mittelstand bezeichnet wird. Ob das so sein soll, wird spätestens in der nächsten Legislaturperiode zu beantworten sein.

Rückfragen & Kontakt:

Neues Volksblatt
Chefredaktion
Tel. 0732/7606 DW 782
politik@volksblatt.at
http://www.volksblatt.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NVB0001