Sima: "Wiens Events werden immer ökologischer"

Donauinselfest als Vorreiter: Durstlöschen aus Mehrwegbechern und kompostierbaren Bechern

Wien (SPW) - Eine positive Bilanz über die Initiative der Stadt
zur weiteren Ökologisierung der Veranstaltungen in Wien zog heute Montag Umweltstadträtin Ulli Sima. "In Wien werden jährlich rund 2.200 Veranstaltungen bei der MA 36 angemeldet, sie sind es, die Wien zu einer pulsierenden Stadt machen. Seit einem Jahr erheben wir direkt bei der Anmeldung im Event-Center der MA 36, wie sehr bei Planung, Organisation und Durchführung auch Augenmerk auf Kriterien des Umweltschutzes gelegt wird", so Sima. Bei der freiwilligen Befragung wird der ökologische IST-Zustand der Events mit Schwerpunkt auf Abfallvermeidung erhoben. "Die Bereitschaft der Veranstalter mitzumachen ist erfreulicherweise groß, bislang wurden über 300 Fragebögen ausgewertet", so Sima.****

"Sie werden nach einem Punktesystem, bei dem es maximal 100 Punkte zu erreichen gibt, bewertet", erläutert Sima. Eine Erfüllung aller Maßnahmen ergibt einen Öko-Index von 100 Punkten. 4 % der Veranstalter sind schon heute Öko-Vorzeigeveranstalter und erreichen mehr als 75 Punkte, ein Großteil liegt zwischen 34 - 49 Punkten, liegt also im guten Mittelfeld. Die Topmaßnahmen sind die Verwendung von Mehrweggeschirr, die offene Ausschank von Getränken und die Verwendung von wieder verwertbaren Bühnen und der Anschluss an die Öffentlichen Verkehrsmittel. Aus der Erhebung des IST-Zustands werden nun weitere spezifische Maßnahmen zur Steigerung des Öko-Index gesetzt, es gibt weitere gezielte Informationen an die Veranstalter. Auch werden im kommenden Jahr weitere Pilotprojekte forciert, wie etwa Sportevents oder Clubbings, bei denen auf die "Umweltverträglichkeit" besonders geachtet wird.

Umweltschutz und Spaß am Life Ball und beim Donauinselfest

Als positives Beispiel für das Bestreben, auch bei Großveranstaltungen an die Umwelt zu denken, gilt das Donauinselfest mit seinen rund 3 Millionen BesucherInnen an nur einem Veranstaltungs-Wochenende. Auf der Country Insel kamen heuer beispielsweise erstmals Mehrwegbecher zum Einsatz. Es wurden 25.936 Mehrwegbecher im Pfandsystem verwendet, damit konnte eine 100%ige Reduzierung der Abfälle im Getränkebereich erzielt werden. "Die Organisatoren waren rund um zufrieden, es gab keinerlei Probleme in der Handhabung. Und vielen der 50.000 Country-Fans haben die Becher so gut gefallen, dass sie sie als Souvenir mitgenommen haben", so der Erfinder des Donauinselfestes Prof. Harry Kopietz. Auf dem Rest der Heurigen-Insel wieder wurde der Durst mit Getränken in kompostierbaren Bechern aus Maisstärke gelöscht: "Ebenfalls ein Pilotprojekt, das sich sehr bewährt hat und in den kommenden Jahren ausgeweitet wird. Die Becher aus nachwachsenden, natürlichen Rohstoffen werden gesammelt und kompostiert und am Ende dieser natürlichen Kette steht als Endprodukt reine Blumenerde", so Kopietz.

Die Mehrwegbecher, die auf der Country-Insel im Einsatz waren, wurden im Rahmen der Initiative Abfallvermeidung Wien erstellt, sie waren auch beim Life-Ball im Einsatz, über 25.600 Becher, dazu noch 5.000 einer speziellen Life-Ball-Edition. Von den "Natürlich Wien"-Bechern, die mit einem Aufdruck der Stadt Wien attraktiv gestaltet sind, sind derzeit 45.000 Stück im Einsatz.

Verwaltet und gewaschen werden sie in einer industriellen Waschanlage von der Firma Impacts Event & Gastro GmbH im 3. Bezirk, die das Projekt in Kooperation mit der Stadt Wien durchführen. Pro Stunde können dort 3.500 Becher gereinigt werden. Die Gastronomen können die Becher über die Firma Impacts, 1030, Erdbergerlände 26, mieten. Für die Zukunft ist der Aufbau eines Mietservices für nicht-gewinnorientierte Institutionen geplant. Dabei wird der Servicepreis von der Stadt Wien gestützt. Dafür stehen rund 20.000 Euro im nächsten Jahr zur Verfügung. Vor allem bei Stadt Wien-eigenen Events wird der Becher im Rahmen der verstärkten Ökologisierung vermehrt zum Einsatz kommen.

Abfall gespart kann bei Events auch dank des Geschirrmobils der MA 48 werden, es kommt beispielsweise am Wiener Rathausplatz beim sommerlichen Filmfestival zum Einsatz, es kann jedoch (inklusive Personal) auch privat gemietet werden.

"Der eingeschlagene Weg zur weiteren Ökologisierung der vielen Veranstaltungen in unserer Stadt wird konsequent fortgesetzt. Ich bedanke mich bei allen Veranstaltern, die mit uns kooperieren, die Fragebögen beantworten und unser Info-Angebot nützen und hoffe, dass es im nächsten Jahr noch mehr werden, die ebenfalls Wert legen auf eine umweltgerechte Gestaltung", so Sima abschließend.(Schluss)

Rückfragen & Kontakt:

Mag. Anita Voraberger
Büro der Umweltstadträtin
Büro: 4000781353
Handy: 0664/165 86 55
E-Mail: vor@ggu.magwien.gv.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | DSW0001