ÖAMTC: "Lichtsünder" werden vorerst nicht bestraft, können aber bei Unfall haften

Neue Vorschrift zum Schutz aller Verkehrsteilnehmer unbedingt einhalten

Wien (OTS) - Zündung ein, Licht an - ab morgen, Dienstag, ist
Licht am Tag auf Österreichs Straßen Pflicht. Auch mehrspurige Kraftfahrzeuge müssen ganztags mit Licht fahren. In der ersten Zeit wird die Exekutive Verstöße nur abmahnen, ab 15. April 2006 sind 15 Euro Strafe fällig. "Wenn 'Lichtsünder' auch vorerst nicht bestraft werden, drohen bei einem Unfall trotzdem rechtliche Nachteile", weiß ÖAMTC-Jurist Martin Hoffer. "Der ohne Licht gefahren ist, müsste nämlich beweisen, dass der Unfall auch mit eingeschaltetem Licht passiert wäre. Der Beweis wird oft schwer zu erbringen sein. Die Folge wäre eine straf- bzw. zivilrechtliche Haftung." Unter http://www.oeamtc.at/lichtamtag/ informiert der ÖAMTC laufend über rechtliche und technische Entwicklungen zum Thema.

Der ÖAMTC-Experte empfiehlt jedenfalls dringend, die neue Vorschrift einzuhalten. "Ein Mischzustand zwischen beleuchteten und unbeleuchteten Fahrzeugen ist besonders gefährlich, weil unbeleuchtete Fahrzeuge leichter übersehen werden", warnt Hoffer. "Zum Schutz aller Verkehrsteilnehmer fährt man mit Licht einfach sichtbarer. Wir wissen aber auch, dass es Kritiker der neuen Bestimmungen gibt. Deshalb war für uns immer wichtig, dass nicht das Strafen, sondern die Bewusstseinsbildung im Vordergrund steht. Der ÖAMTC hat sich daher mit Erfolg dafür eingesetzt, dass Kraftstoff sparende Tagfahrleuchten ohne Behördenwege und Gebühren nachgerüstet werden dürfen."

Das Wichtigste zu "Licht am Tag" in Kürze

Erlaubte Lichtquellen - bei Tag und guter Sicht im Ortsgebiet und im Freiland:
* Serienmäßiges Abblendlicht - damit ist die komplette Fahrzeugbeleuchtung gemeinsam mit Begrenzungslicht, Kennzeichenleuchten und Schlussleuchten gemeint.
* Spezielle Tagfahrleuchten, die sich beim Betätigen der Zündung ein-bzw. ausschalten; außer Begrenzungslicht dürfen andere Leuchten nicht gleichzeitig eingeschaltet sein. Eine Blendwirkung ist durch Tagfahrleuchten praktisch ausgeschlossen, der Kraftstoffverbrauch ist deutlich geringer als bei Verwendung von Abblendlicht.
* Abblendscheinwerfer alleine in voller Leistung, ohne dass gleichzeitig Schlussleuchten und weitere Leuchten brennen. Derartige Schaltungen, die meist mit der Zündung geschaltet werden, bieten manche Fahrzeughersteller als "serienmäßiges Tagfahrlicht" an.
* Abblendscheinwerfer alleine, aber mit elektronisch reduzierter Leistung. Die Leuchtstärke muss so stark sein, dass die gesetzlich festgelegten Werte erreicht werden.

Verbotene Lichtquellen - bei Tag und guter Sicht im Ortsgebiet und im Freiland:
* Unbeleuchtet fahren (war bisher für mehrspurige Kfz erlaubt).
* Nur das Begrenzungslicht einschalten (war bisher erlaubt).
* Nebelscheinwerfer alleine (Nebelscheinwerfer mit Abblendlicht sind zwar erlaubt, aber nicht zu empfehlen).
* Fernlicht, wenn jemand geblendet werden kann (wie bisher verboten). * Abblendlicht, das zu stark gedimmt wurde (weil die vorgeschriebenen Mindestwerte für die Leuchtstärke nicht erreicht werden).

Unverändert bleiben die Bestimmungen bei Dunkelheit, schlechter Sicht bzw. beim Fahren im Tunnel. "Wichtig zu wissen ist aber, dass Tagfahrleuchten nicht ausreichen und daher verboten sind", informiert Hoffer.

In der Verwendung von Abblendlicht sieht der ÖAMTC aber nur eine Übergangslösung. Ziel ist, dass ab 2007 europaweit alle Neuwagen mit speziellem Tagfahrlicht ausgestattet werden. Das spezielle Tagfahrlicht ist weniger hell als das Abblendlicht und benötigt weniger Energie und damit Kraftstoff. Tagfahrleuchten dienen dazu, das Fahrzeug sichtbar zu machen und nicht die Straße auszuleuchten. Der ÖAMTC hat bereits die Forderung nach europaweiter Ausstattung aller Neufahrzeuge mit Tagfahrlicht im Rahmen seines internationalen Dachverbandes FIA erhoben.

Kostenloser Licht-Check beim ÖAMTC

Club-Mitglieder haben ganzjährig bei allen ÖAMTC-Stützpunkten die Möglichkeit, die Lichtanlage ihres Fahrzeuges einer kostenlosen Lichtüberprüfung zu unterziehen. Dabei werden Funktion, Zustand, Dichtheit, Befestigung und Einstellung der Beleuchtungs- und Warneinrichtungen des Fahrzeuges getestet. Für Nicht-Mitglieder gilt der gratis Licht-Check noch bis 31. Dezember 2005.

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ÖAMTC-Öffentlichkeitsarbeit
Elvira Kuttner
Tel.: +43 (0) 1 711 99-1218
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