Gusenbauer: Beschäftigung und Chancen für Jugendliche bestes Mittel gegen Unruhen und Gewalt

Wien (SK) - "Gäbe es die Unruhen und die Gewalt in den Pariser Vororten, würden die jungen Menschen dort Arbeit, Chancen und eine Zukunftsperspektive haben? Ich glaube nicht", so SPÖ-Vorsitzender Alfred Gusenbauer am Samstag beim SPÖ-Landesparteitag in Vorarlberg. Es sei das schlimmste Signal, dass man an junge Menschen schicken könne, wenn man keine Jobs bieten könnte. "Unter dieser Bundesregierung hat sich die Jugendarbeitslosigkeit um 80 Prozent erhöht", so Gusenbauer. Es werde deshalb eines der Hauptziele einer SPÖ in Regierungsverantwortung sein, die Jugendarbeitslosigkeit drastisch zu senken. Ebenso kündigte Gusenbauer eine große Bildungsreform an. "Die Zukunft kann nicht heißen, dass es weniger Chancen für unsere Kinder gibt. Bessere Bildungschancen für unsere Kinder sind der Schlüssel zu sozialer Emanzipation und Wohlstand für das ganze Land", so der SPÖ-Vorsitzende. ****

Wenn sich bei der PISA-Studie gezeigt habe, dass die Bildungschancen in Österreich immer noch überaus schlecht verteilt seien und jeder fünfte Jugendliche im Alter von 15 nicht ordentlich schreiben und lesen könne, dann sei dies eine Bestandsaufnahme des Bildungssystems. "Wie soll ein Land mit acht Millionen Einwohnern international bestehen, wenn nicht über eine möglichst gute Ausbildung für alle", fragte Gusenbauer.

Die SPÖ habe deshalb und aufgrund der bestehenden Probleme im Bildungssystem ein Bildungsprogramm vorgelegt, das aus den Erkenntnissen der weltweit erfolgreichsten Länder entstanden sei. "Das heißt nun einmal sprachliche Frühförderung, das bedeutet eine echte Wahlmöglichkeit zwischen Ganztags- und Halbtagsschule. Dafür müssen aber 100.000 Ganztagsschulplätze geschaffen werden. Und es heißt eine Selektion so spät als möglich und eine individuelle Begabungsförderung", so der SPÖ-Vorsitzende. Es sei nicht verständlich, wenn man nun, wo es weniger Schüler gäbe, auch die Lehrerzahlen reduziere. "Man muss die jungen, engagierten Lehrer halten, damit mehr Lehrer weniger Schüler besser betreuen können. Das bringt mehr Chancen", führte Gusenbauer aus.

Er selbst hätte ohne die Bildungspolitik Kreiskys wohl nie die Chance gehabt, ein Gymnasium oder eine Universität zu besuchen, so Gusenbauer. "Vor 25 Jahren gab es einen freien Zugang zu Universitäten und Schulen in diesem Land. Damals war Österreich aber ärmer als heute". Die Zukunft könne nicht heißen, dass es weniger Chancen für Österreichs Kinder und Jugendliche gäbe. "Mehr und bessere Chancen sind der Schlüssel zu sozialer Gerechtigkeit und Emanzipation. Und auch zu Wohlstand für das ganze Land", stellte Gusenbauer klar.

Die von der verantwortlichen Ministerin Gehrer gerne genannten Reformen im Bildungsbereich seien weit nicht ausreichend und führten in eine bildungspolitische Sackgasse, wie der Murks bei der neuen Lehrerausbildung zeige. Die Gespräche mit den Eltern und Experten würden aber zeigen, dass die diese klüger als die Ministerin seien. "Es wird Zeit, dass in der Regierung jemand die Bildungspolitik des 21. Jahrhunderts und nicht weiter eine Bildungspolitik des 19. Jahrhunderts macht", so Gusenbauer, der abschließend betonte: "Ich freue mich auf den Tag, an dem wir beweisen können, dass wir Österreich besser, gerechter und sozialer regieren können." (Schluss) js

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