Neues Volksblatt: "Integration" (von Werner Rohrhofer)

Ausgabe vom 12. November 2005

Linz (OTS) - Österreich ist nicht Frankreich. Wien oder Linz sind nicht Paris. So gesehen ist nicht zu befürchten, dass es bei uns ähnliche Jugend-Krawalle wie in den französischen Städten mit ihrer spezifischen Einwandererproblematik geben wird. Genüssliches Zurücklehnen in Fragen der Integration von ausländischen Jugendlichen ist aber auch in Österreich nicht angebracht. Denn es gibt auch bei uns Problemfelder, die - nimmt man sie nicht ernst genug - den Samen der Eskalation in sich tragen. Die entscheidende Frage ist, ob es gelingt, den Jugendlichen durch Schul- und Berufsausbildung sowie durch einen Arbeitsplatz eine sinnvolle Perspektive für ihr Leben zu geben und damit die Basis für Integration zu schaffen. Dabei ist es letztlich egal, ob es sich um "Punks" in Linz oder junge Leute mit nichtdeutscher Muttersprache in Wien handelt. Deren Anteil beträgt übrigens schon 40 Prozent. Mit Wiener Gemütlichkeit a la Häupl oder populistischen Reden a la Strache wird die Integration nicht gelingen. Da ist ein neues Staatsbürgerschaftsgesetz mit praktikablen Regelungen etwa fürs Deutschlernen der ungleich effizientere Weg.

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