Muttonen: "Buh und Gelächter" für Schüssel bei Staatsopern-Gala

Rache des Publikums dafür, wenn man Gedenk-Veranstaltungen für Wahlreden missbrauchen will

Wien (SK) - "Dem Versuch von Kanzler Schüssel, im Gedenkjahr jede Gelegenheit für Wahlreden zu missbrauchen, hat das Publikum der Wiener Oper bei der Gala zum 50. Jahrestag der Wiedereröffnung eine deutliche Abfuhr erteilt", sagte SPÖ-Kultursprecherin Christine Muttonen. Sie verweist auf einen Bericht der deutschen Tageszeitung "Die Welt" vom 7. November, in dem es heißt, dass sich Schüssel "peinlich in den Vordergrund gedrängt" hat, was vom Publikum "mit Gelächter und Buh" quittiert wurde. ****

Ulrich Weinzierl in der "Welt" über Schüssels Auftritt: "Reden sind bei derlei Anlässen wohl unvermeidlich. Glänzend, mit einer der besten Ansprachen dieses rhetorisch überfüllten Jubiläumsjahres: Ioan Holender. Er beschönigte nichts, erinnerte an die Nazivergangenheit so manches Säulenheiligen der Wiener Opernwelt und den schmählichen Umgang mit dem rassistisch verfolgten Josef Krips, dem Begründer des Wiener Mozart-Stils. Bundeskanzler Wolfgang Schüssel hingegen drängte sich peinlich in den Vordergrund, belästigte sogar die Zuschauer im Freien mit anbiedernden Phrasen. Zuschauer im Saal, zuweilen scheint auf den Stehplatz doch Verlass, wiesen die versuchte Degradierung zum Stimmvieh angemessen zurück: mit Gelächter und Buh. 'Gerecht, o Gott', singt ein edlerer Minister bei Beethoven, 'ist dein Gericht'."

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