AK: Keine Zukunft ohne öffentlichen Verkehr!

Weniger Verkehrschaos, weniger Umweltschäden und dynamischer Wirt-schaftsstandort sind ohne attraktiven öffentlichen Verkehr undenkbar

Wien (OTS) - "Ein klares Bekenntnis von Bund, Ländern und
Gemeinden zum öffentlichen Ver-kehr ist die Grundvoraussetzung für ein modernes, flächendeckendes Verkehrsan-gebot", betont AK-Verkehrsexpertin Sylvia Leodolter bei der heutigen von der AK unterstützten VCÖ-Zukunftskonferenz. Österreich besitzt im öffentlichen Verkehrs-angebot (noch) ein gutes Grundangebot, das dringend modernisiert und ausgebaut werden muss. Statt hier zukunftsorientiert anzusetzen, spart die Bundesregierung seit Jahren bei den Mitteln; durch die Zerschlagung der ÖBB wurden die Rahmen-bedingungen weiter verschlechtert. Nun ist auch in Planung, die Verantwortung für den öffentlichen Verkehr ohne ausreichende Finanzen an die Länder abzuschieben. "Dabei wird übersehen, dass ein attraktives öffentliches Verkehrsangebot ein zen-traler Faktor für einen dynamischen Wirtschaftsstandort, für eine lebenswerte Um-welt und für eine nachhaltige Entwicklung darstellt", kritisiert Leodolter. Aus Sicht der AK ist es eindeutig die Aufgabe der öffentlichen Hand, öffentliche Verkehrs-dienste zu garantieren, die für alle in gleicher Weise zugänglich und leistbar sind. Daher setzt sich die AK für eine leistbare, hochwertige, flächendeckende Versor-gung beim öffentlichen Verkehr ein, die effizient und unter fairen Bedingungen für die ArbeitnehmerInnen erbracht wird. Nur zufriedene und motivierte MitarbeiterIn-nen sind die Grundlage für funktionierende öffentliche Dienstleistungen. "Öffentli-che Dienstleistungen und die Daseinsvorsorge sind Kern einer für den Wirt-schaftsstandort nötigen Infrastruktur. Wird diese gefährdet, leidet die Wettbe-werbsfähigkeit Österreichs und Europas", betont Leodolter.

Dass es auch anders geht, zeigt das Beispiel der Schweiz, wo der öffentliche Verkehr hohe gesellschaftliche und politische Wertschätzung genießt. Dies schlägt sich auch darin nieder, dass der drittgrößte Budgetposten nach Sozial- und Gesundheitsausgaben für den öffentlichen Verkehr eingesetzt wird. "In Österreich hat der Straßenverkehr - trotz der damit verbundenen hohen Umwelt- und Gesundheitskosten - immer noch ein besse-res Image als der öffentliche Verkehr. Infrastrukturinvestitionen in die Straße haben Vor-rang vor dem Ausbau des Schienennetzes. Die Zerschlagung der im internationalen Ver-gleich sowohl im Güter- als auch im Personenverkehr gut funktionierenden ÖBB wird öffentlich hingenommen", bedauert Leodolter.

"Kranksparen und Schlechtjammern sind keine zukunftsorientierten Ansätze in der Ver-kehrspolitik", so die AK-Expertin. Statt dessen müssen wichtige Bahnprojekte vor allem in der Ostregion, auf der Donauachse und wichtige Nord-Süd-Verbindungen beschleunigt werden. Die Qualität des öffentlichen Verkehrs muss rasch verbessert und stärker an den Bedürfnissen der KundInnen orientiert werden. Dabei kommen vor allem die Arbeitspend-lerInnen, die bei weitem größte Kundengruppe im öffentlichen Verkehr, immer noch zu kurz. Die AK fordert daher ein klares Bekenntnis zum öffentlichen Verkehr und mehr Geld für den Nahverkehr. Alle Ansätze in Richtung verbindlicher Fahrgastrechte sind unbedingt zu unterstützen und voranzutreiben. Leodolter: "Die Debatte rund um die Regionalisie-rung des Nahverkehrs - die auch von den Ländern nicht befürwortet wird - muss ein Ende finden. Liberalisierung und Privatisierung sind der falsche Weg, wie internationale Beispiele klar belegen."

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