Neues Volksblatt: "Dogmen" (von Markus Ebert)

Ausgabe vom 11. November 2005

Linz (OTS) - Es gab Zeiten, in denen es für die fortschrittliche Frau ein Muss war, nach einer Heirat den Namen des Partners nicht anzunehmen, sondern einen Doppelnamen zu führen. Wie man nun an der Kärntner SPÖ-Vorsitzenden Gabriele Schaunig-Kandut sieht, muss so etwas nicht auf immer und ewig ein Dogma sein. Als Frau Burgstaller mit ihrem Vornamenprogramm "Gabi" in Salzburg reüssierte, wars auch bei Schaunig-Kandut um das Kandut geschehen und aus Gabriele wurde Gaby.
Ein anderes Dogma der sozialistischen Fortschrittlichkeit ist die Kinderbetreuung. Möglichst schnell muss die Frau zurück in den Job, möglichst staatlich organisiert muss die Kinderbetreuung sein. Muss? Wie eine OGM-Umfrage zeigt, geht es gar nicht ums Muss. Wo Betreuung gebraucht wird, soll sie da sein, das ist keine Frage. Wer rasch zurück in den Job will, soll das tun können. Aber müssen? Wenn es in diesem Bereich überhaupt ein Dogma gibt, dann sollte es wohl lauten: Das Beste für die Kinder. Dazu gehört die Wahlfreiheit, aber dazu gehört sicher nicht, die möglichst lange Betreuung durch Mutter oder Vater abzuwerten.

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