Österreichischer Tierschutzverein nimmt zu den verzweifelten Rechtfertigsversuchen des Tiergartens Schönbrunn Stellung:

Wien (OTS) - Die Rechtfertigungen des Tiergartens Schönbrunn,
allen voran des Verantwortlichen Abteilungsleiters Dr. Schwammer, sind an Absurdität nicht zu überbieten. Hieran hat auch das heute abgehaltene "Showtraining" -bei dem natürlich weder geprügelt, noch das Tier umgerissen wurde- nichts verändert. Die Art und Weise wie man nun ein Training präsentierte, hinterlässt allerdings den Beigeschmack, dass Schönbrunn abermals auf Vertuschung setzt und die Österreichische Bevölkerung offensichtlich für dumm verkauft werden soll.

Besonders ist zu bemerken, dass das von Dr. Schwammer behauptete "Prügelverbot" durch das Video des Österreichischen Tierschutzvereins eindeutig widerlegt ist. So ist klar zu erkennen, dass der Schläger ohne Grund und ohne jegliche Not auf das Tier einschlägt.

Den Vorwurf der Manipulation weist der Österreichische Tierschutzverein in aller Deutlichkeit von sich. Der Originalfilm ist etwa eine Stunde lang und wurde lediglich zur besseren Vorführbarkeit geschnitten, dies ist der einzige Eingriff gewesen. Weder Bild noch Ton wurden jedoch künstlich verändert. Dadurch, dass eine Sequenz in Zeitlupe wiederholt wird, läuft auch der Ton bei der Wiederholung langsamer ab und wirkt dadurch tiefer. Ebenso unrichtig ist die Behauptung, dass ein und dieselbe Szene immer wieder gezeigt worden wäre. Jeder, der die Vorführung gesehen hat, kann deutlich erkennen, dass es sich um verschiedene Szenen handelt und lediglich die Sequenz des Prügelns in Zeitlupe wiederholt wird. Ebenso ist deutlich ersichtlich, dass der Elefantenhaken immer wieder zum Einsatz kommt.

Ebenso falsch ist der Vorwurf, dass Belohnungen des Tieres aus dem Film geschnitten worden sind. In der ungekürzten Fassung ist gelegentlich zu sehen, wie der misshandelnde Pfleger das Tier nach der Behandlung lieblos tätschelt. Lediglich einmal wird ihm Futter angeboten, dessen Aufnahme es jedoch verweigert. Die Annahme, dass dies geeignet ist dem Sachverhalt den tierquälerischen Aspekt zu nehmen ist jedoch widersinnig, denn wenn jemand ein Kind vergewaltigt und ihm hinterher Schokolade anbietet, so ändert dies nichts an der Tatsache, dass dem Kind ein unwiederbringlicher Schaden zugefügt wurde. Ebenso verhält es sich bei dem Elefanten. Ebenso ist es Fakt, dass die vom Österreichischen Tierschutzverein kontaktierte Expertin Dr. Daphne Sheldrick das ungekürzte Video gesehen hat. An ihrem, für die Schönbrunner Trainingsmethoden vernichtenden Urteil, hat dies bekanntlich nichts verändert. Den Behörden wurde natürlich ebenfalls Einsicht in die Originalaufnahmen angeboten.

Für Schönbrunn gar peinlich ist die Aussage Dr. Schwammers, der von einem üblichen Training spricht. Damit gibt er einerseits offen zu, dass Schönbrunn ganz massiv Gewalt und Prügel zur Erziehung einsetzt, andererseits entlarvt er aber das Donnerstagstraining als reine Showvorführung. Auch vom Österreichischen Tierschutzverein befragte, erfahrene Elefantenpfleger haben klargestellt, dass diese massive Gewaltanwendung klassisches "Einbrechen", also Zerstörung des Willens ist und mit normalem Training nichts gemein hat.

Wenn Dr. Schwammer ausführt, dass Mongu für eine Trennung von ihrer Mutter noch zu jung ist, so ist ihm grundsätzlich beizupflichten. Dass selbiges in Schönbrunn aber geschehen ist, ist ebenfalls aus dem Video ersichtlich und unumstößlich.

Absolut untergriffig ist die Behauptung, dass das Video gerade jetzt veröffentlicht wurde, um Spendengelder zu lukrieren. Der Veröffentlichungszeitraum orientiert sich einzig und alleine an der Tatsache, dass das Video vor kurzem zugespielt wurde und daher nicht an Aktualität verlieren sollte. Dass der Österreichische Tierschutzverein jedoch auf Spenden angewiesen ist, ist eine Tatsache. Im Gegensatz zum Tiergarten Schönbrunn wird dieser nämlich nicht großzügig aus Steuergeldern finanziert.

Aufgrund der Beweisbarkeit aller Anschuldigungen sieht der Österreichische Tierschutzverein einer allfälligen Klage des Tiergartens mit Gelassenheit entgegen. Ein solches Verfahren würde nur dazu führen, dass der Österreichische Tierschutzverein weitere Missstände in Schönbrunn aufzeigt.

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Österreichischer Tierschutzverein
Erich Goschler
Präsident
Tel.: 0662/843255

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