Gewalt als Massenphänomen - Reaktion auf strukturelle Gewalt Wurzeln und Hintergründe aus psychotherapeutischer Sicht

Wien (OTS) - Gewalttätige Konflikte, wie wir sie derzeit in Paris beobachten, haben im Allgemeinen tiefe Wurzeln und sind zumeist das Resultat lang anhaltender sozialer Spannungen. Gerade in wirtschaftlichen Krisenzeiten tritt soziale Benachteiligung
deutlich hervor - Jugendliche, die an den Rand der Gesellschaft geraten, erfahren kollektive soziale Abwertung, Ausgrenzung. Das Resultat sind Perspektivlosigkeit, Verzweiflung und Hass, der zur Radikalisierung tendiert. Gewalt als Massenphänomen ist nur aus der Wechselwirkung zwischen individuell-psychologischen und sozial-politischen Faktoren erklärbar.

"Die Gesellschaft muss sich verstärkt den Hintergründen zuwenden -kein Mensch wird eine Affinität zu gelebter Gewalt entwickeln, der nicht auch Opfer von Gewalt wurde", erklärt Dr. Eva Mückstein, Vizepräsidentin des ÖBVP und Psychotherapeu-tin. "Ausgrenzung und Ghettoisierung, die zunehmende Brutalisierung im sozialen Verteilungskampf sind Faktoren struktureller Gewalt und führen zur Radikalisierung. Strukturelle Gewalt hinterlässt im Einzelnen dieselben Spuren wie individuelles Gewalterleben. Entsolidarisierung ist innerhalb dieser Dynamik ein Phänomen, das psychische Not zuspitzt. Die Ereignisse in Paris können aus psychotherapeutischer Sicht als Versuch verstanden werden, aus der Vereinzelung im Elend auszubre-chen." berichtet Eva Mückstein.

"Der Nährboden für Gewalt ist überall dort, wo soziale Ausgrenzung und Not auf ähnliche Weise gegeben sind. Damit eine solche soziale Katastrophe nicht zum Flächenbrand wird, muss die Lösung in einem Maßnahmenpaket liegen, das die soziale Not dieser Menschen ernsthaft begreifen will und konkrete Abhilfe schafft," so Dr. Mückstein.

Rückfragen & Kontakt:

Dr. Eva Mückstein
Vizepräsidentin des ÖBVP
Tel.: 01/513 17 304
oebvp@psychotherapie.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | OBP0001