ÖGJ: "60.000 Jugendliche hängen in der Luft - ohne Arbeit, ohne Lehre"

Aktionstag: Gewerkschaftsjugend fordert Ausbildungsfonds und Auffangnetz-Ausweitung

Wien (ÖGJ/ÖGB) - "In Österreich sind mittlerweile mehr als 62.000 Jugendliche ohne Arbeitsplatz oder Lehrstelle. Und die Bundesregierung lässt sie in der Luft hängen", kritisierte der Salzburger ÖGB-Jugendsekretär Daniel Mühlberger im Rahmen des ÖGJ-Aktionstags gegen Jugendarbeitslosigkeit und Lehrstellenmangel am Donnerstag auf dem Salzburger Mirabellplatz. Die Aussichtlose Lage der Betroffenen - auch in Salzburg sind 2.556 15- bis 24-Jährige arbeitslos, 896 in Schulungen untergebracht, und 297 auf Lehrstellensuche - stellten die AktivistInnen dar, indem sie die Betroffenen wortwörtlich "in der Luft hängen" ließen: auf einem Galgen.++++

"Mit den halbherzigen Maßnahmen der Bundesregierung wird sich an der katastrophalen Situation auch in nächster Zeit nichts ändern", ist ÖGJ-Bundesvorsitzender Jürgen Eder überzeugt, "und wo die Bundespolitik so versagt, können auch die Länder nicht ausreichend eingreifen." Die Gewerkschaftsjugend fordert von den zuständigen Politikern, allen voran Arbeitsminister Martin Bartenstein und Bundeskanzler Wolfgang Schüssel, endlich einen Ausbildungsfonds zwischen ausbildenden und nicht ausbildenden Betrieben umzusetzen. "Damit kann ein wichtiger Beitrag zur Verringerung der Jugendarbeitslosigkeit gesetzt werden", so Eder. Außerdem müsse das Auffangnetz nach dem JASG (Jugendausbildungs-Sicherungsgesetz) auf mindestens 10.000 Plätze ausgeweitet werden. Außerdem sei eine Wiederbelebung der im Jahr 2000 abgeschafften Lehrlingsstiftungen unbedingt erforderlich.

"Bereits im Oktober haben wir als ÖGJ alle Abgeordneten zum Nationalrat und Bundesrat sowie alle Minister in einem Brief aufgefordert, uns bei unseren Forderungen zu unterstützen", so der ÖGJ-Vorsitzende: "Mit Worten scheint allerdings nicht viel zu erreichen zu sein, sieht man sich die zahlreichen Meldungen in den vergangenen Monaten zum Thema Jugendarbeitslosigkeit an." Aus diesem Grund führt die ÖGJ in allen Bundesländern Aktionen zum Thema Jugendarbeitslosigkeit durch. "Die dramatische Situation braucht Aufmerksamkeit, damit hoffentlich endlich etwas geschieht", schlossen Mühlberger und Eder. (fk)

ÖGB, 10. November
2005 Nr. 628

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