IV NÖ: Konjunkturbarometer zeigt vorsichtigen Aufwärtstrend

Neues Team - Arbeitsgemeinschaft mit IV Wien

Wien (OTS) - 10.11.2005 (PdI). Das NÖ Konjunkturbarometer der Industriellenvereinigung Niederösterreich (IV NÖ) zeigt nach einem leichten "Sommerloch" im 3. Quartal 2005 jetzt wieder nach oben. Die Industrie ist bundesweit weiterhin Rückgrat der Konjunkturentwicklung, doch zeigt sich in Niederösterreich in verstärktem Maß ein vorsichtiger Aufwärtstrend. "Die Richtung stimmt, vor Euphorie ist aber zu warnen, da es sich vielmehr um eine Seitwärtsbewegung handelt. Weitere strukturelle Schritte, wie etwa die Arbeitszeitflexibilisierung, müssen gesetzt werden, um den Standort wettbewerbsfähig zu halten und Wachstum zu schaffen", betonte Mag. Norbert Zimmermann, Präsident der IV NÖ und Generaldirektor der Berndorf AG seitens der IV NÖ heute, Donnerstag, bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Dr. Thomas Oliva (IV) und Mag. Michaela Roither (IV) in St. Pölten.

Das Konjunkturbarometer der IV NÖ ist der Durchschnitt (der Salden) der derzeitigen Geschäftslage und der Geschäftslage in sechs Monaten. An der Umfrage nahmen 34 Unternehmen mit 13.561 Mitarbeitern teil. Das Ergebnis einer jedes Quartal durchgeführten Umfrage sei nur im Gesamtkontext betrachtet aussagekräftig. Auch bleibe die wirtschaftliche und politische Entwicklung bei unserem wichtigsten Wirtschaftspartner Deutschland genau zu beobachten, so Michaela Roither zur aktuellen Konjunkturauswertung.

Geschäftslage verbessert - Sorge auf der Kostenseite

Roither erklärte, mit einem Saldo von 32 habe sich die derzeitige Geschäftslage gegenüber der letzten Erhebung um 11 Punkte verbessert und dem bundesweiten Saldo fast auf Augenhöhe angenähert. Beim Auftragsbestand ist ebenfalls eine klare Aufwärtstendenz zu verzeichnen. Von 21 im letzten Quartal stieg der Wert jetzt auf 27 Punkte. Mit einem Geschäftsklima-Saldo von 17,9 ist der Bundesdurchschnitt von 17,5 bei klar steigender Tendenz für die NÖ Industrie mittlerweile überholt. Auch hier ein deutlicher Sprung von 8 Punkten gegenüber dem 2. Quartal des heurigen Jahres. Abstriche vermelden die befragten Unternehmen bei der derzeitigen Ertragssituation. Diese fällt von 7 auf -10. "Wie im Bund deutet das Gesamtbild darauf hin, dass den Unternehmen derzeit insbesondere die Kostenseite Sorge bereitet. Hierzu ist neben der exorbitanten Rohstoffpreisentwicklung zuletzt vermutlich auch der hohe Metaller-Lohnabschluss bei nach wie vor ausstehender Arbeitszeitflexibilisierung eine Ursache", sagte Roither, die insgesamt für eine vorsichtige Interpretation der Daten im Gesamtkontext plädierte. Präsident Zimmermann ergänzte, es ergebe sich "kein einheitliches Bild und damit für das Bundesland auch keine einheitliche Analyse. Wir sollten nicht jubeln, wir sind aber sicher auch in keiner Krise. Insgesamt hat Niederösterreich aber eine Dynamik, die sich durchaus sehen lassen kann."

IV-Arbeitsgemeinschaft Wien und NÖ

Die Industriellenvereinigung Niederösterreich (IV NÖ) ist kürzlich eine Arbeitsgemeinschaft mit der Industriellenvereinigung Wien (IV Wien) eingegangen. Dr. Thomas Oliva, mit langjähriger Erfahrung in der industriellen Interessensvertretung, und Mag. Michaela Roither leiten die gemeinsame Bürostruktur für Niederösterreich. IV NÖ-Präsident Mag. Norbert Zimmermann würdigte bei einer gemeinsamen Pressekonferenz auch das Wirken des mit Jahresende scheidenden Geschäftsführers der IV NÖ Dr. Fritz Wedorn. Dieser wurde im Sinne der Kontinuität in der Pressekonferenz von Dr. Oliva und Mag. Roither vertreten und wird den Medien bei einem weiteren Termin zur Verfügung stehen. Präsident Zimmermann betonte, die IV NÖ und die IV Wien würden eigene Vereine mit eigener Rechtspersönlichkeit bleiben. "Das ist Föderalismus pur. Im Management haben wir uns aber im Hinblick auf die neuen Herausforderungen neu aufgestellt." Er würdigte gleichzeitig Dr. Fritz Wedorn als routinierten Kenner des Landes Niederösterreich, der zur Entwicklung der Wirtschaft im Lande über Jahrzehnte viel beigetragen habe.

Gemeinsames Back Office - Sinnvolle Ergänzung

Dr. Thomas Oliva erklärte, die Wiener Stadtgrenze existiere nicht für Unternehmen und Mitarbeiter. Idee hinter der IV-Arbeitsgemeinschaft Wien-NÖ sei, diesem Umstand seitens der IV mit einer Arbeitsgemeinschaft zu entsprechen. "Die Industriellenvereinigung will regionale Identitäten nutzen und gleichzeitig Arbeitsabläufe optimieren. Föderalismus und effiziente Unternehmensorganisation sind kein Widerspruch, sondern können einander sinnvoll ergänzen", so Thomas Oliva dazu. Die Back Offices der IV-Landesgruppen Wien und NÖ wurden zusammengelegt. "Wir wollen Kompetenz und Erfahrung bündeln. Dies dient nicht der Kostensenkung sondern der Effizienzsteigerung. Nach außen werden die Landesgruppen wenn möglich gemeinsam und wenn erforderlich getrennt auftreten", betonte Oliva. Präsident Zimmermann ergänzte, die IV sei eine kleine aber schlagkräftige Organisation, die ihren Mitgliedern Effizienz schuldig sei.

Evolutionäres Konzept - flexible und schlanke Struktur

Das evolutionäre Konzept der Industriellenvereinigung könne auch Staatsgrenzen übergreifend ausgebaut werden. Im Rahmen der Kooperation mit der Slowakei beim Projekt "Twin City" Wien -Bratislava etwa sei dies sinnvoll, sagte Oliva. "Die IV-Mitglieder sollen von der neuen Struktur vor allem durch ein verbessertes Service profitieren. Die Kapazitäten von bisher zwei Einheiten werden vereinigt. Wir wollen eine möglichst flexible und schlanke Struktur schaffen. Es steht immer die oder der Beste als Ansprechpartner zur Verfügung."

Erstes Ziel der IV sei, "den Industriestandort NÖ im internationalen Wettbewerb weiterzuentwickeln und positionieren. Wir brauchen mehr Beschäftigung, auch wenn die Lage in Niederösterreich besser aussieht als in anderen Regionen. Nur die Industrie kann für alle Beschäftigtengruppen Arbeit schaffen", so Oliva. Bildung und Ausbildung sei ein sehr wichtiger Bereich. Die entsprechenden Investitionen müssen aber auch in Beschäftigung münden. Der Transfer von Wissen in Beschäftigung müsse schneller von statten gehen. Ein Schwerpunkt der Arbeit liege vor allem aber auch auf dem notwendigen Ausbau grenzübergreifender Achsen des Bundeslandes. "Auch das Wiener Umland und die gesamte Ostregion Österreichs können enorm vom Ausbau grenzüberschreitender Projekte und Kooperationen profitieren", so Oliva. Trotz EU-Beitritt der Nachbarn mangle es an der Grenze sowohl zu Tschechien als auch zur Slowakei noch immer an leistungsfähigen Grenzübergängen. Die Industrie fordert die Eröffnung leistungsfähiger Grenzübergänge sowie die beschleunigte Errichtung des Trans-Europäischen-Transport-Netzwerkes (TEN-T) insbesondere in grenzüberschreitenden Abschnitten. Es könne nicht sein, dass der Zulieferanteil österreichischer Autozulieferer etwa zu VW Bratislava nur bei 2 bis 3 Prozent liege, da der einzige Weg nach Bratislava durch das Wiener Tor in Hainburg führe.

Zur Einigung über das Ende der Handymastensteuer sagte Präsident Zimmermann, Landeshauptmann Erwin Pröll habe einen Geniestreich gelandet, vor dem er den Hut ziehe. Die Einigung sei für alle positiv und eine ganz seltene Win-Win-Win-Situation. Wenn alle profitieren habe sich der Landeshauptmann tatsächlich ein Denkmal gesetzt. "Ich übermittle dem Herrn Landeshauptmann mein Kompliment, dass er ein so komplexes Thema im Sinne der Wirtschaft und des Standortes so gelöst hat", so Zimmermann abschließend.

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