Grazer Umland sichert Trinkwasser-Zukunft

Pumpversuche für zwei neue Brunnen genehmigt / Wasserverbrauch steigt stark an

Hausmannstätten (OTS) - Zur Sicherung der künftigen Wasserversorgung des Grazer Umlandes sollen im kommenden Jahr Pumpversuche an zwei neuen Standorten in der Nähe der bestehenden Brunnen in der Marktgemeinde Kalsdorf unternommen werden. "Der entsprechende Genehmigungsbescheid ist dem Wasserverband Umland Graz nach mehr als zweijährigen Untersuchungen soeben vom Amt der Steiermärkischen Landesregierung erteilt worden", teilte Verbandsobmann Bürgermeister Gerhard Payer (Hart bei Graz) am Donnerstag bei einem Medien-Gespräch am Verbandssitz in Hausmannstätten mit.

"Das Bevölkerungswachstum im Versorgungsgebiet des Wasserverbandes Umland Graz, in dem derzeit bereits rund 60.000 Menschen leben, und die überaus erfreuliche Wirtschaftsentwicklung, die das Grazer Umland zur dynamischsten Region der Steiermark gemacht haben, veranlassen uns dazu, zur Gewährleistung der künftigen Wasserversorgung zusätzliche Trinkwasservorkommen zu erschließen", erklärte Verbandsobmann Gerhard Payer. "An verbrauchsstarken Tagen mussten wir heuer bereits hart an die genehmigte Fördermenge von 120 Litern pro Sekunde gehen, um den Wasserbedarf decken zu können", ergänzte Payer. Und das, obwohl die Grazer Stadtwerke derzeit ihr Wasserkontingent von rund 50 Prozent der Gesamtfördermenge des Verbandes nicht in Anspruch nehmen!

"Die Pumpversuche an zwei neuen Brunnenstandorten nördlich des bestehenden Wasserwerkes sollen Aufschluss darüber geben, wie sich der Grundwasserhorizont bei der Entnahme von weiteren 80 l/sec. verhalten wird", sagte Verbands-Geschäftsführer Ing. Dietmar Luttenberger. "Derzeit haben wir eine Gesamtmenge von 120 l/sec. bewilligt, die von drei Vertikalfilterbrunnen im Wasserwerk Kalsdorf gefördert wird".

"Da schon vor drei Jahren absehbar war, dass wir allmählich an unsere Kapazitätsgrenzen stoßen werden, haben wir 2002 mit den Vorbereitungen zur Erweiterung der Brunnenanlage begonnen. Umfangreiche Untersuchungen des Ingenieurbüros Heidinger & Schwarzl (Leibnitz) und des Instituts für Hydrogeologie und Geothermie der Forschungsgesellschaft Joanneum Research (Graz) haben dann ergeben, dass zwei neue Brunnenstandorte mit einer Entnahmemenge von je 40 Liter pro Sekunde nördlich der bestehenden Brunnenanlage die bestmögliche Variante darstellen. Es handelt sich hier nämlich um einen der größten Grundwasserkörper südlich von Graz mit ausgezeichneter Wasserqualität", erläutert der Verbandsgeschäftsführer.

"Im Jahr 2003 wurde dieses Projekt im Zuge einer wasserrechtlichen Vorprüfung durch die Behörde bereits positiv beurteilt, aufgrund zahlreicher Stellungnahmen im wasserrechtlichen Verfahren und wegen der zeitaufwendigen Beweissicherungsmaßnahmen bei rund 300 im Einzugsgebiet gelegenen Hausbrunnen konnte der Genehmigungsbescheid aber erst jetzt erlassen werden", erklärte Ing. Dietmar Luttenberger.

"Obwohl das Grazer Feld im allgemeinen und der Grundwasserkörper, den wir nutzen wollen, gut untersucht sind, kann erst ein dreiwöchiger Dauerpumpversuch endgültige Aussagen über die Möglichkeiten und Mengen der Trinkwasser-Gewinnung erbringen", stellte der Planer des Projektes, Dipl.-Ing. Reinhold Heidinger, fest.

"Auch allfällige negative Auswirkungen können erst durch die beim Pumpversuch gewonnenen Daten prognostiziert werden, weil wir in den Grundwasserkörper ja nicht hineinschauen können. Sollte es während des Pumpversuches zu Beeinträchtigungen von Hausbrunnen kommen, was durch laufende Messungen jederzeit feststellbar ist, ist die rasche Notversorgung der Häuser sichergestellt. Bei größeren Beeinträchtigungen wird der Pumpversuch natürlich sofort abgebrochen", kündigte Heidinger an. "Das durch den Pumpversuch gewonnene Wasser wird ins Netz eingespeist, um festzustellen, wie sich das Netz verhält, und danach durch eine Entleerungsleitung in die Mur gepumpt. In jedem Fall besteht aber keine Gefahr nachhaltiger Folgen durch den Pumpversuch", betont der erfahrene Wasserplaner Dipl.-Ing. Reinhold Heidinger.

Frühestens im Herbst 2006 werde der Pumpversuch laufen, erklärte Verbandsgeschäftsführer Luttenberger, weil jetzt zuerst das Projekt ausgeschrieben werden müsse und danach die Bauphase zu berücksichtigen sei. Nach dem Pumpversuch würden die Messergebnisse ausgewertet um festzustellen, in welchem Ausmaß Hausbrunnen betroffen sein könnten, danach könnte erst - gegebenenfalls unter Berücksichtigung von notwendigen Projektsanpassungen - das Ansuchen um die wasserrechtliche Bewilligung zur Benützung der Brunnen gestellt werden. Voraussetzung dafür seien jedoch Übereinkommen mit allen betroffenen Besitzern von Hausbrunnen.

"Selbstverständlich wird der Wasserverband Umland Graz alle Hausbrunnen-Besitzer und auch die von der Schutzgebiets-Ausweitung um ca. 30 Hektar betroffenen Grundbesitzer angemessen entschädigen. Wir werden beweisen, dass das Zusammenleben von vorausschauender Wasserversorgung und Landwirtschaft möglich ist", garantierte Bürgermeister Gerhard Payer, der Obmann des Wasserverbandes Umland Graz, abschließend.

Die 13 Mitglieder des Wasserverbandes Umland Graz sind die Gemeinden Dobl, Feldkirchen, Kalsdorf, Pirka, Seiersberg, Unterpremstätten, Werndorf, Wundschuh, Zwaring-Pöls sowie die Wasserverbände Lannach-St. Josef, Stainztal, Grazerfeld Südost und die Grazer Stadtwerke AG.

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