"Austro Control sendet falsche Signale"

Obmann Bollmann fordert stärkere Senkung der An- und Abfluggebühren -"Luftfahrtstandort Österreich konkurrenzfähig erhalten!"

Wien (PWK853) - "Österreich zu überfliegen ist preislich wesentlich attraktiver als hier zu landen. Die von Austro Control für 2006 angekündigten Berechnungseinheiten für An-und Abfluggebühren von 208 Euro und für Überfluggebühren von 59 Euro sind ein falsches Signal und damit volkswirtschaftlich kontraproduktiv", kritisieren Luftverkehrswirtschaft und Tourismus.

Beide Gebühren gleichermaßen zu senken, wie dies Austro Control vorgeschlagen hat, sei kein guter Ansatz. "Dem Luftfahrt- und Fremdenverkehrsstandort Österreich wäre mit einem Einfrieren der Überfluggebühren und einem deutlicheren Absenken der An- und Abfluggebühren weit mehr geholfen", fordert Anton Bucek , der im Fachverband der Luftfahrtunternehmungen gegen diese falschen Akzente kämpft.

"Generell sind Gebührensenkungungen ein Schritt in die richtige Richtung. Gerade in dieser sensiblen Thematik sollte man aber genau überlegen, was man begünstigt", stimmt Harald Bollmann, Obmann der Bundessparte Transport und Verkehr, zu: "Essentiell für einen Luftfahrtstandort sind die An- und Abfluggebühren und nicht die Überfluggebühren", betont der Sprecher der heimischen Verkehrswirtschaft.

Italien etwa plant eine Absenkung der An- und Abfluggebühren um 35 Prozent, wobei die Gebühren derzeit bereits niedriger sind als in Österreich. In Deutschland liegen sie bereits jetzt ein Drittel unter dem österreichischen Niveau.

"Die Nachbarstaaten setzen massive Maßnahmen zur Förderung des Standorts. Daher ist auch in Österreich eine spürbare Senkung dieser Gebühren das Gebot der Stunde", ist Bollmann überzeugt. Dabei müssen alle Beteiligten der Wertschöpfungskette Luftfahrt und auch die Politik ihren Teil dazu beitragen, den heimischen Luftfahrtstandort konkurrenzfähig zu halten. Den heimischen Fluglinien und der Tourismuswirtschaft wäre mit einer mutigen Senkung der An- und Abfluggebühren wesentlich mehr geholfen.

Auch Edward Gordon, Obmann des Fachverbandes der Reisebüros, tritt für eine Senkung der Start- und Landegebühren ein und sieht keinen Grund, jene weiter zu begünstigen, "die dem österreichischen Tourismus nichts bringen, außer Emissionen".

Die Austro Control hat im Vorjahr den Gewinn auf 8,3 Millionen Euro verdoppelt. So sehr Sparsamkeit und rationelles Arbeiten geboten ist, so sehr müsse auch darauf hingewiesen werden, dass Gewinnmaximierung nicht Unternehmensziel der Austro Control ist, so wie auch die Polizei und das Kuratorium für Verkehrssicherheit nicht gewinnorientiert geführt werden. Die 8,3 Millionen Euro wären vielmehr zur Absicherung der Sicherheitsstandards einzusetzen und Überschüsse durch Preisreduktionen an jene Kunden weiterzugeben, die einen Beitrag zur Wertschöpfung in Österreich leisten. (hp)

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