Arbeitsklima-Index: Zufriedenheit bleibt stabil Druck am Arbeitsplatz nimmt aber zu

Linz (OTS) - Der Arbeitsklima-Index liegt seit Herbst des
Vorjahres unverändert bei 108 Punkten. Arbeitnehmer/-innen mit nur Pflichtschulabschluss fallen aber immer weiter zurück. Generell klagen immer mehr Beschäftigte über mehr Stress und Druck an ihrem Arbeitsplatz.

Die Belastung durch Innovationen am Arbeitsplatz hat im vergangenen Halbjahr zugenommen. Vor allem Mitarbeiter/-innen im öffentlichen Dienst fühlen sich durch technische und organisatorische Veränderungen betroffen. Auch die Belastung durch sich ständig ändernde Arbeitsabläufe und Anforderungen ist gestiegen - und zwar um fünf Prozentpunkte im Halbjahresvergleich. Es sind jeweils die Männer, die sich im Vergleich zum Frühjahr mehr Stress ausgesetzt fühlen.

Die Zufriedenheit mit den Beziehungen zu den Kolleg/-innen am Arbeitsplatz ist seit dem Frühjahr gesunken. Äußerten sich damals noch 62 Prozent als sehr zufrieden, so sind es im Herbst nur noch 57 Prozent. Den größten Rückgang verzeichnen die Beschäftigten mit Hochschulabschluss - die Zufriedenheit mit den Beziehungen zu den Kollegen/-innen ist um 15 Prozentpunkte gesunken - nur mehr 40 Prozent geben an, sehr zufrieden zu sein. Im öffentlichen Dienst beträgt der Rückgang neun Prozentpunkte (von 59 auf 50 Prozent), bei den Älteren beläuft sich der Rückgang ebenfalls auf neun Prozentpunkte (von 62 auf 53 Prozent).

Arbeitnehmer/-innen, die nach der Pflichtschule keine weitere Ausbildung absolviert haben, fallen bei der Zufriedenheit mit dem Einkommen weiter zurück. Während im Frühjahr jede(r) Fünfte dieser Gruppe angab, das Einkommen reiche nicht aus, so ist es im Herbst bereits jede(r) Vierte. Bei den übrigen Arbeitnehmer/-innen hat sich der Index Einkommen seit dem Frühjahr nur wenig verändert.

Ältere Arbeitnehmer bewerten derzeit ihre Chancen auf einen neuen Job zwar leicht besser als noch im Frühjahr, sie liegen aber immer noch abgeschlagen hinter den jüngeren Beschäftigten. Nur rund ein Viertel der älteren Arbeitnehmer/-innen schätzt seine Chancen am Arbeitsmarkt als gut ein. Generell sind 48 Prozent aller Arbeitnehmer/-innen der Meinung, über gute Chancen zu verfügen, 52 Prozent sind der gegenteiligen Ansicht - im Frühjahr waren noch 53 Prozent pessimistisch gewesen.

Für den Präsidenten der Arbeiterkammer Oberösterreich, Dr. Johann Kalliauer, belegen die vorliegenden Zahlen einmal mehr die Warnungen der AK: "Wer Arbeit hat, ist immer mehr Druck ausgesetzt, in noch kürzerer Zeit noch mehr zu leisten, nur um für die Unternehmen noch mehr Profit zu schaffen. Gleichzeitig werden die Löhne nach unten gedrückt, bei den schlecht Ausgebildeten reicht das Geld oft schon jetzt nicht aus." Forderungen nach einer weiteren Flexibilisierung der Arbeitszeit - die etwa von der Industriellenvereinigung gebetsmühlenartig wiederholt würden - seien daher zurückzuweisen. "Dabei handelt es sich nur um versteckten Lohnraub", so Kalliauer.

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