Schenner: "Nehmen gerne inländische Mitarbeiter, wenn wir welche bekommen!"

ÖAAB-Vorstoß zielt an der Realität vorbei - Hochwertige Dienstleistungen entscheidend für Tourismuserfolge - Stärkstes Beschäftigungswachstum im Dezember

Wien (PWK835) - Arbeitslosigkeit und Versorgung der Unternehmen
mit ausreichend einsatzbereiten Mitarbeitern sind zwei Paar Schuhe. Eine Kürzung der Saisonierkontingente würde nicht die Arbeitslosigkeit senken, sondern im Gegenteil durch Schwächung der Tourismusbetriebe die bestehenden Arbeitsplätze gefährden. Die Rechnung `Tausche Saisoniers gegen Arbeitslose` geht einfach nicht auf. Wer anderes behauptet, lügt sich selber in den Sack", reagiert der Obmann der Bundessparte Tourismus und Freizeitwirtschaft, Johann Schenner, auf die heutige Aussendung des ÖAAB-Funktionärs Alfred Gajdosik, der sich darin für eine "Halbierung des Saisonier-Kontingents" stark gemacht hatte.

Tourismusbetriebe können die bestehenden Arbeitsplätze ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dann am besten sichern, wenn ihr Angebot hochqualitativ und international wettbewerbsfähig ist. Das wiederum setzt eine ausreichende Zahl motivierter Mitarbeiter voraus. Eine Tatsache, die von unabhängigen Experten schon mehrfach bestätigt wurde, hält Schenner fest.

Selbstverständlich sind Inländer und bereits im Inland lebende Ausländer erste Wahl bei der Stellenbesetzung. Leider sind solche Personen aber nicht ausreichend zu bekommen. Vor allem während der Saisonspitzen fehlen geeignete Mitarbeiter an allen Ecken und Enden, berichtet Schenner aus der Praxis. "Deshalb brauchen wir eben auch ausländische Mitarbeiter, um die personalintensive Qualität unser Dienstleistungen halten zu können".

Eine lineare Kürzung des - gegenüber früher ohnehin reduzierten -Kontingents wäre nichts anderes als ein programmierter Personalnotstand. "Ist es wirklich Intention der Gewerkschaft, die bereits bestehenden Arbeitsverhältnisse durch das Ausbleiben unterstützender Hilfskräfte massiv zu gefährden? Es darf einfach nicht sein, dass im Tourismusland Österreich die Betriebe nicht ordentlich arbeiten können. Wir haben schon mehrmals darauf hingewiesen, dass in einem solchen Fall auch viele andere Wirtschaftsbereiche, die vom Tourismus abhängen, betroffen wären. Unter dem Strich würden eher Arbeitsplätze gefährdet und vernichtet als geschaffen", kritisiert Schenner die Aussagen Gajdosiks.

Schenner erinnert daran, dass das stärkste Beschäftigungswachstum im Tourismus jeweils im Dezember zu verzeichnen ist. Konkret müssen mehr als 40.000 Stellen am Anfang der Wintersaison besetzt werden. Tirol muss beispielsweise innerhalb von nur sechs Wochen seine touristische "work force" verdoppeln.

Innerhalb von nur drei Jahren hat sich die Dezember-Beschäftigung von 148.536 (2001) auf 169.576 (2004) erhöht. Dies entspricht einer Steigerung von 14,2 Prozent oder 21.000 Arbeitsplätzen. In der Gesamtwirtschaft stieg die Beschäftigung im gleichen Zeitraum nur um 1,7 Prozent. "Die Anzahl der ausländischen Saisoniers hat sich in dieser Zeit nicht erhöht. Es wurden also Saisonarbeitsplätze für inländische Arbeitskräfte geschaffen", unterstreicht der Sprecher der heimischen Tourismuswirtschaft mit Nachdruck. (hp)

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