Volksbank Investmentbank: Aktienmärkte erholen sich

Neue Höchststände für Telekom Austria und BA-CA in Wien

Wien (OTS) - Die internationalen Aktienmärkte haben sich in der vergangenen Woche erholt. Grund dafür waren überwiegend erfreuliche Unternehmensergebnisse, insbesondere auf den europäischen Märkten, berichtet die Volksbank Investmentbank in ihrem wöchentlichen Finanzmarktkommentar. In Wien sorgte die Erste Bank mit ihrem Quartalsergebnis für eine leicht positive Überraschung. Neue Höchststände erreichten Telekom Austria und BA-CA. Unterstützung fanden die Aktienmärkte auch in der starken Entwicklung der Weltwirtschaft mit dem robusten Wachstum der USA und China (annualsiert 9,4 Prozent im dritten Quartal) und verbesserten Indikatoren für die Eurozone. Die Analysten erwarten auch in der kommenden Woche in Europa weiter moderate Kursgewinne durch neue positive Unternehmensdaten und einer nachlassenden Zinsangst.

Die US-amerikanische Notenbank hat am Dienstag wie erwartet ihren Leitzins um 25 Basispunkte auf vier Prozent angehoben. Der Kommentar ließ weder auf ein verändertes Tempo noch auf ein Ende des Zinserhöhungszyklus schließen. Derzeit sind am Markt zwei weitere Zinsschritte je 25 Basispunkte "eingepreist". Die robuste Inlandsnachfrage zeigt, dass die US-Wirtschaft diese Straffung auch durchaus vertragen kann. Am mittelfristigen Aufwärtstrend bei den US-Zinsen sollte sich auch in den kommenden Wochen wenig ändern. Anders zeigt sich die Situation in Europa: Die EZB hat am Donnerstag ihren Mindestrefinanzierungssatz unverändert gelassen. Es wurde zwar die "hohe Wachsamkeit" bezüglich der Inflationsrisiken aus den hohen Energiepreisen betont. Gleichzeitig verwies man aber auch darauf, dass sich an der grundlegenden Einschätzung seit Oktober nichts geändert habe. Die Volksbank Investmentbank erwartet in der kommenden Woche eine leichte Beruhigung des europäischen Geldmarktes.

Die Kapitalmarktzinsen sind in der vergangenen Woche weiter gestiegen. Grund dafür waren zunächst die Zinserhöhungsspekulation im Vorfeld der EZB-Zinsentscheidung und schließlich die robusten US-Daten, der dortige Renditeanstieg und Inflationsängste. Auch hier erwartet die Volksbank Investmentbank eine Beruhigung in der nächsten Woche. Der Euro hat bereits in der laufenden Woche mit einer Abschwächung auf den vergrößerten Zinsvorteil des Dollar reagiert. Angesichts der dünnen Datenlage rechnet die VBIB mit einer Seitwärtsentwicklung bis leichten Erholung.

Die US-Wirtschaft ist im dritten Quartal 2005 mit annualisierten 3,8 Prozent leicht über den Markterwartungen gewachsen (Q2: 3,3 Prozent). Wichtigste Stütze war die private Inlandsnachfrage (Investitionen +6,2 Prozent annualisiert, Konsum +3,9 Prozent annualisiert). Nach dem starken Anstieg im September ist der US-Einkaufsmanagerindex für die Industrie im Oktober nur leicht gefallen. Die zugehörige Umfrage über die Einstandspreise ergab einmal mehr ein kräftiges Wachstum (84 Punkte nach 78 im September; neutral wäre 50). Der Geschäftsklimaindex für den US-Dienstleistungssektor ist unerwartet stark gestiegen (60 Punkte im Oktober nach 53,3 im September 2005).

Auch der Euro-Einkaufsmanagerindex (PMI) konnte sich weiter verbessern. Hier sind die Ergebnisse der Preisumfrage (Einstandspreise 62,8, Absatzpreise 51,3) noch weit weniger bedenklich als in den USA. Dennoch nimmt auch in der Eurozone die Sorge über die Preisentwicklung zu. Die jährliche Euro-Inflationsrate für Oktober wurde von Eurostat auf 2,5 Prozent geschätzt (September:
2,6 Prozent). Der Rückgang fiel schwächer aus als allgemein erwartet. Während der Ölpreis im September um 50 Prozent über dem vom September 2004 lag, war Rohöl im Oktober 2005 "nur" um 20 Prozent teurer als im Vorjahr, was die Inflationsrate durchaus hätte stärker entlasten können. Ebenfalls bedenklich war das M3-Wachstum, das in der Eurozone auch im September wieder außerordentlich stark war (8,5 Prozent j/j nach 8,1 Prozent im August). Die schwache Inlandsnachfrage und die hohe Arbeitslosenquote von unverändert 8,6 Prozent im September wirkt aber weiter dämpfend auf das Preisniveau.

Rückfragen & Kontakt:

Dipl.-Vw. Uta Pock: uta.pock@vbib.at Tel. 050 4004-7022
Mag. Friedrich Glechner, CFA: friedrich.glechner@vbib.at Tel. 050 4004-7017
Dana Kharchenko, MIB, MBA: dana.kharchenko@vbib.at, Tel 050 4004-7006

Research-Team der VB Investmentbank AG

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | VBF0001