PRÖLL: ÖSTERREICH SETZT WELTWEIT BEACHTETE MAßNAHMEN ZUR BIODIVERSITÄT

Weltkonferenz zum Schutz der Feuchtgebiete in Kampala

Wien (OTS) - "Die Bedeutung von Feuchtgebieten im Naturschutz, in der Wasservorsorge und in der ökologischen Landbewirtschaftung wird weltweit immer mehr anerkannt. Gerade Österreich gilt inzwischen als vorbildlich beim Feuchtgebietsschutz. Allein in den letzten drei Jahren wurden in Österreich acht neue Ramsar-Schutzgebiete ausgewiesen, womit die Zahl der österreichischen Feuchtgebiete internationaler Bedeutung von 11 auf 19 angestiegen ist", erklärte Umweltminister Josef Pröll im Vorfeld der 9. Weltkonferenz im Rahmen des Ramsar-Übereinkommens, die von 8. bis 15. November in Kampala (Uganda) stattfindet.****

Alle drei Jahre treffen sich die Unterzeichnerstaaten der "Ramsar-Konvention zum Schutz der Feuchtgebiete" und beraten über die wichtigsten Schutz- und Vorsorgestrategien zur Erhaltung der Moore, Seen, Flüsse, Auen und Grundwasserspeicher. "Die erste in Afrika stattfindende Vertragsstaatenkonferenz steht ganz im Einklang mit der österreichisch-afrikanischen Entwicklungszusammenarbeit, die besonders in Uganda zum Thema Trinkwasserversorgung und Gewässerschutz seit vielen Jahren sehr gute Erfolge aufweist", so Pröll.

Die wichtigsten Themen der Konferenz sind die Strategie des Übereinkommens für die Jahre 2006-2008 sowie die Rolle und Beteiligung der Ramsar-Konvention bei anderen multilateralen Prozessen, die sich auf Wasserstrategien wie insbesondere beim Weltwasserforum 2006 in Mexiko beziehen. Weitere Gesprächsfelder sind die Rolle von Ramsar bei der Vorbeugung gegen Naturkatastrophen, die Ausweisung staatenübergreifender Ramsar-Gebiete und die Unterstützung regionaler multilateraler Initiativen zur Bekämpfung der Armut sowie Aufgaben der Entwicklungszusammenarbeit.

Das 1971 in Ramsar (Iran) unterzeichnete Feuchtgebietsabkommen war ursprünglich nur zum Schutz von Rastplätzen für Zugvögel gedacht. Mittlerweile hat es sich zu einem allgemeinen Vertragswerk zum Schutz von Feuchtgebieten entwickelt. Die Unterzeichnerländer verpflichten sich, Flächen von internationaler Bedeutung durch besondere Anstrengungen zu erhalten. Weltweit wurden in 147 Staaten bereits 1.524 Ramsar-Gebiete mit insgesamt rund 129 Millionen Hektar ausgewiesen. Damit traten in den letzten drei Jahren 14 weitere Staaten dem Abkommen bei und es entstanden 295 neue Ramsar-Schutzgebiete. Die Schutzgebietsfläche ist in den letzten drei Jahren insgesamt um 20 Prozent gestiegen. Ramsar hat sich damit zum größten Schutzgebietsnetzwerk der Welt und zu einem unverzichtbaren Instrument zur Erhaltung der Biodiversität entwickelt.

Österreich ist dem Ramsar-Übereinkommen 1983 beigetreten und hat bisher elf Gebiete nominiert: den Neusiedler See mit dem Seewinkel (Burgenland), die Donau-March-Auen (Niederösterreich), die Untere Lobau (Wien), die Stauseen am Unteren Inn (Oberösterreich), das Rheindelta am Bodensee (Vorarlberg), das Sablatnig-Moor (Kärnten), das Pürgschachen-Moor (Steiermark), das Rotmoos im Fuscher Tal (Salzburg), das Hörfeld (Kärnten/Steiermark), die Waldviertler Moor-, Fluss- und Teichlandschaft (Niederösterreich) und das Lafnitztal (Burgenland/Steiermark). Mit insgesamt 118.000 Hektar umfassen diese Schutzflächen zusammen rund 1,5 Prozent der Staatsfläche.

Hintergrund für die in Österreich geleistete Arbeit zum Schutz der Feuchtgebiete ist einerseits die gute Zusammenarbeit des Lebensministeriums mit den Ländern und mit den NGOs, andererseits die gemeinsame Moorschutzinitiative von ÖBf, WWF und Universität Wien. So kamen in den letzten drei Jahren zu den schon bestehenden Ramsar-Gebieten weitere Naturjuwele wie die Moore am Pass Thurn, die Moore am Schwarzenberg, die Moore am Sauerfelder Wald, die Moore am Überling, der Nationalpark Kalkalpen, die Bayrische Wildalm-Wildalmfilz, die Moore am Nassköhr sowie die Moor- und Seenlandschaft Keutschach-Schiefling zur weltweiten Liste der international bedeutsamen Feuchtgebiete dazu. Im Ramsargebiet Lafnitztal wurde das Ramsar-Zentrum ausgebaut, und im Ramsar-Gebiet Waldviertel entsteht derzeit ein großes Ramsar-Besucher- und Bildungszentrum.

"Entscheidend zum Feuchtgebietsschutz beigetragen haben auch die inzwischen 33 LIFE-Natur-Projekte mit einem Gesamtprojektvolumen von 93 Millionen Euro, die in den Jahren 1996 bis 2005 in Österreich umgesetzt worden sind und für die von der EU eine Kofinanzierung von 42 Millionen Euro lukriert werden konnte", so Umweltminister Josef Pröll abschließend.

Informationen im Internet unter: www.lebensministerium.at; www.ramsar.at; www.ramsar.org

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