Ärztekammer: Gute Arbeitsbedingungen im Spital für Qualitätssicherung unerlässlich

Brettenthaler: "Oberstes Gebot der Qualitätssicherung ist die Einhaltung der gesetzlichen Arbeitszeiten für Spitalsärzte und die Reduktion der Bürokratie"

Wien (OTS) - Anlässlich der immer wieder auftauchenden Forderung nach einheitlichen Qualitätsstandards für österreichische Spitäler hat der Präsident der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), Dr. Reiner Brettenthaler, heute erneut eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen der Spitalsärztinnen und -ärzte eingemahnt. Die wichtigsten Faktoren für die Qualitätssicherung in den Spitälern, nämlich die Einhaltung des Krankenanstalten-Arbeitszeitgesetzes und die Reduktion überflüssiger Bürokratie, seien derzeit trotz wiederholter Warnungen der Ärzteschaft nicht gegeben, kritisierte der ÖÄK-Präsident in einer Aussendung. Brettenthaler: "Solange diese zentralen Ziele nicht verwirklicht sind, ist es illusorisch, einheitliche Qualitätsstandards zu fordern. Mehr Zeit für die Patienten ist nur durch ausgeruhte Ärzte zu erzielen, die nicht mit Bürokratie überfrachtet sind."

Als weitere Maßnahmen zur Qualitätssicherung in den Spitälern nannte Brettenthaler die Verbesserung der Ausbildungssituation der Turnusärzte und die Bereitstellung höherer Förderungsmittel für die Absolvierung einer Lehrpraxis junger Ärzte in den Ordinationen niedergelassener Allgemeinmediziner und Fachärzte. "Nur so können wir die Qualität insgesamt verbessern. Einzelne Qualitätszertifikate nach amerikanischen oder sonstigen internationalen Kriterien helfen uns angesichts der miserablen Arbeitsbedingungen der Spitalsärzte österreichweit nicht weiter. Die Probleme liegen viel tiefer. Es gilt, sie endlich an der Wurzel zu packen und nicht, wie derzeit, konsequent zu ignorieren", so Brettenthaler, der daran erinnerte, dass sieben von zehn Spitälern in Österreich gegen das Krankenanstalten-Arbeitszeitgesetz verstoßen.

Der ÖÄK-Präsident nahm mit seiner Aussendung auf eine Äußerung des Wiener Pflegeombudsmanns Werner Vogt Bezug, der gestern anlässlich der Verleihung eines Qualitätszertifikats nach US-Standards an ein Krankenhaus des Spitalbetreibers VAMED in Kapfenberg "einheitliche Qualitätsstandards" für alle heimischen Spitäler gefordert hatte.

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