Tankstellenpächter profitieren nicht von gestiegenen Spritpreisen

Obmann Müller: "Gesamtheitliche und zukunftsfähige (europäische) Lösungen nötig"

Wien (PWK831) - Entschieden korrigiert werden muss die Ansicht,
dass Tankstellenpächter von den explodierenden Ölpreisen mitprofitieren, erklärt Ferdinand Müller, Obmann des Fachverbandes Tankstellen in der Wirtschaftskammer Österreich. "Ganz im Gegenteil, die Pächter bekommen einen fixen Satz, sodass sie anders als der Staat nicht durch die höheren Preise mehr Gewinn erwirtschaften können", betont Müller. Angesichts der dramatischen Treibstofferhöhungen sei Transparenz bei der Preisbildung nötiger denn je. Die Anfang September angekündigten Tankstellenöffnungen der Postbus AG sind nunmehr, nach den Landttagswahlen, kein Thema mehr.

Tankstellenpächter kalkulieren bereits jetzt mit Margen unter 3 Prozent. Überdies finde in der Branche ein ruinöser Verdrängungswettbewerb zu Lasten mittelständischer freier Anbieter statt. Ein Umsatzrückgang von über 10 Prozent und die durchwegs schlechte Eigenkapitalausstattung belasten die Tankstellenpächter bereits jetzt. Weitere Schließungen und damit eine Ausdünnung des Versorgungsnetzes seien nach Ansicht Müllers zu erwarten. Die Zahl der Markentankstellen ging in Österreich auch 2004 zurück. In den letzten 15 Jahren hat sie sich auf 1833 Stationen halbiert. Zuwächse verzeichneten hingegen die Diskonter, die nun 982 Zapfsäulen betreiben.

Auf europäischer Ebene sollte die Preisentwicklung genauer analysiert und ihr gegengesteuert werden, führt Müller weiter aus. "Nationale Alleingänge sind nicht zielführend, da Österreich 0,35 % des Weltmineralölverbrauches bzw die EU25 18,4% auf sich vereinen. Es gilt, offensichtlichem Marktversagen auf der richtigen Ebene zu begegnen und rasch der europäschen Verkehrswirtschaft zu helfen. Denn wer rasch hilft, hilft doppelt", so Müller

Die europäische Verkehrswirtschaft generiert 10% des EU BIP und beschäftigt insgesamt 7% der Erwerbstätigen. Ihre Unternehmen sind fuer 40% der Gesamtinvestitionen und 30% der Gesamtenergieverbrauches verantwortlich. "Kurzum: eine gesunde Entwicklung dieser Schlüsselbranche ist nötig", fasst Müller zusammen. (hp)

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