Karas, Scheele und Schirak ziehen positive Bilanz über 10 Jahre EU-Mitgliedschaft:

Handel und Konsumenten profitieren!

Wien (OTS) - Eine positive Bilanz für Handel und Konsumenten zogen heute die EU-Abgeordneten Mag. Othmar Karas und Mag. Karin Scheele sowie Niederösterreichs Handelsspartenobmann Sepp Schirak anlässlich einer Pressekonferenz in St. Pölten. Die Europäische Union habe ein Europa der Konsumenten geschaffen, auch in Österreich hätten die Konsumenten in den zehn Jahren EU-Mitgliedschaft in breitem Maße profitiert, meinten übereinstimmend die EU-Abgeordneten Mag. Othmar Karas und Mag. Karin Scheele. Neben den wirtschaftlichen Vorteilen, die sich durch den Wegfall von Zöllen, Reise- und Niederlassungsbeschränkungen bzw. durch die gemeinsame Währung ergeben hätten, profitierten die Österreicher vor allem von der höheren Dynamik und Wettbewerbsintensität im Einzelhandel. So sei etwa das Preisniveau im Textilhandel in den Jahren nach dem EU-Beitritt gesunken und die Preisentwicklung im Einzelhandel konstant unter der ohnehin niedrigen Inflationsrate gelegen. "Oft wird leider vergessen, dass sich diese preisdämpfenden Effekte unmittelbar in der Geldbörse der Konsumenten niedergeschlagen haben", meint Othmar Karas.

In Europas Mitte gerückt

In Vergessenheit geraten sei offenbar auch das chronische Handelsbilanzdefizit Österreichs vor dem EU-Beitritt. Seit 1995 konnte Österreich jährlich etwa zehn Prozent Zuwächse bei den Exporten verzeichnen. Karas wies darauf hin, dass sich die Handelsbilanz längst ins Plus gedreht habe. In den EU-Erweiterungsländern habe Niederösterreich seine Chancen wahrgenommen, die steigenden Exporte seien längst einer der wesentlichen Impulse für Wachstum und Beschäftigung in der niederösterreichischen Wirtschaft. Othmar Karas hob aber auch die vielen Direktinvestitionen hervor, welche die österreichische Unternehmen seit dem EU-Beitritt im Ausland getätigt haben. Gerade aus dem Bereich des Einzelhandels hätten namhafte österreichische Unternehmen erfolgreich den Schritt in die Zukunftsmärkte in den Erweiterungsländern geschaffen. Karas führte an dieser Stelle die vielen österreichischen Handelsbetriebe in Tschechien, Slowakei, Ungarn oder Slowenien an.

Verbesserter Konsumentenschutz in der EU

Große Fortschritte habe die EU neben den wirtschaftlichen Impulsen im Bereich des Konsumentenschutzes durchgesetzt. Als Beispiel nannte die Abgeordnete Karin Scheele die Neugestaltung des Gewährleistungsrechtes: "Die Ausweitung der Gewährleistungsfrist von sechs Monaten auf zwei Jahre sowie die Einführung der Beweislastenumkehr während der ersten sechs Monate haben die Position des Konsumenten bei Gewährleistungsansprüchen maßgeblich verbessert". Wie ernst Brüssel das Thema Konsumentenschutz inzwischen nimmt, zeigten weitere Initiativen, wie etwa die Fernabsatz- und Reiserichtlinien oder die Regelungen für EU-Auslandsüberweisungen und Verbraucherkredite.

Handlungsbedarf bei Information

Großen Handlungsbedarf sehen die beiden Abgeordneten jedoch bei der Europa-Information der Bürger. Obwohl die EU eine Erfolgsstory ist, hätten sich häufig nur die Negativ-Stories in den Köpfen der Leute festgesetzt. Anders sei es kaum zu erklären, dass derzeit 23 Prozent der Österreicher eher Vorteile in der EU-Mitgliedschaft und etwa 31 Prozent eher Nachteile sehen. "Natürlich gibt es in einer Gemeinschaft von 25 Ländern und 455 Millionen Einwohnern eine Reihe von Problemen. Gerade in einer sachlichen Diskussion und in persönlichen Gesprächen kann man durch Abwägen der Vor- und Nachteile zeigen, dass die positiven Aspekte der EU-Mitgliedschaft deutlich überwiegen. Wir sind daher verstärkt gefordert, uns der Diskussion mit den Bürgern zu stellen und für möglichst sachliche Informationen über die EU zu sorgen", meinten die beiden Abgeordneten abschließend.

Auch Handel hat profitiert

Eine deutlich positive Bilanz aus der Sicht des niederösterreichischen Handels zog auch der Obmann der Sparte Handel, KommR Sepp Schirak. Vor allem im Außenhandel und durch den Wegfall der Zölle hätten sich Vorteile ergeben. Zukünftig wünscht sich der Spartenobmann von der EU jedoch einen stärkeren Fokus auf die KMU-Politik und auf die Stärkung der Regionen sowie der Stadt- und Ortszentren. "Die Impulse, welche die EU zur Dynamisierung des Handels gesetzt hat, waren richtig", so der Spartenobmann. "Nun gilt es aber auch darauf zu achten, dass es nicht zu einer totalen Konzentration in der Handelslandschaft kommt und wir eine Vielfalt an Handelsangeboten sicherstellen können."

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Tel.: 01/53 466-1275
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