Kärnten als Kalifornien Europas

Top-Referenten beim "Kärntner Wirtschafts-Zukunftskongress" zeigten Chancen für Kärnten auf - LH Haider: Kärnten wird durch Hightech-Schwerpunkt Spieler am größer gewordenen Markt

Klagenfurt (LPD) - Kärnten geht in eine erfolgsversprechende Zukunft und findet seine Möglichkeiten vor allem im Hightech-Bereich, in dessen Richtung die Weichen auch bereits gestellt wurden. Das war heute, Freitag, der Tenor beim "Kärntner Wirtschafts-Zukunftskongress" an der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt. Internationale Top-Experten zeigten dabei chancenreiche Strategien auf und ermöglichten Einblicke in die Zukunft.

Wirtschaftsreferent Landeshauptmann Jörg Haider, der zum Kongress eingeladen hatte, appellierte dazu, den Blick nach vorne zu richten. "Wer die Zukunft verschläft, kann hinterher nur noch bedauern, nicht dabei gewesen zu sein", meinte er. Kärnten habe daher seine Strategien mittel- und langfristig angelegt. Es gelte, den Wirtschaftsstandort Kärnten zu internationalisieren, das intellektuelle Potential in der Bevölkerung zu mobilisieren, die Ausbildung zu forcieren, Kompetenzzentren im Land zu etablieren, auf Forschung und Entwicklung zu setzen und die Chancen in Süd- und Südosteuropa zu nutzen. Mit der Schwerpunktsetzung auf den Hightech-Bereich könne Kärnten zu einer Drehscheibe des internationalen Geschehens und zu einem Spieler am größer gewordenen Markt werden, so der Landeshauptmann. Mittel dafür würden zudem über den Zukunftsfonds zur Verfügung stehen.

Unternehmer und Visionär Frank Jürgen Richter machte in seinem Referat die Globalisierung zum Thema, als deren große Gewinner er China und Indien sieht. Doch auch Kärnten denke nach vorne und schaue, was es in der Zukunft leisten könne. Es gelte, die Zukunft im Zusammenspiel zwischen Staat und Wirtschaft aktiv zu gestalten, meinte Richter. Kärnten bezeichnete er als Musterregion in Europa und verwies auf die Vorteile der Grenzlage des Landes. Kärnten könnte zum "Kalifornien von Europa" werden, indem es auf Wissenstourismus baue. Die Verbindung aus hoher Lebensqualität und Hightech könnte dies ermöglichen.

Neueste Benchmarking-Daten präsentierte der Schweizer Marc Bros de Puechredon von BAK Basel Economics. Demnach liege Kärnten beim realen Bruttoinlandsprodukt pro Einwohner im Jahr 2004 sehr gut im westeuropäischen Durchschnitt. Beim Beitrag des Tourismus am Wirtschaftswachstum der letzten fünf Jahre sei Kärnten Österreichweit ganz vorne. Puechredon zeigte auch Ergebnisse von Untersuchungen zur Attraktivität von internationalen Winter- und Sommerdestinationen. Im Sommer sei Villach-Ossiach überdurchschnittlich erfolgreich, Kärntens beste Winterdestination sei das Mölltal, resümierte der Benchmarkprofi. Insgesamt habe Kärntens Tourismuswirtschaft einen deutlichen preislichen Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen Regionen. Strategieansätze für Kärnten seien die Förderung von Innovation und Technologie sowie die Erhöhung von Tourismusangeboten in allen Saisonen. Die Entwicklung zum Ganzjahrestourismus könne u.a. der Megatrend Gesundheit unterstützen, meinte Puechredon.

Bilder von der Zukunft zeigte der renommierte Physiker Michio Kaku. Er gab Einblicke, wie Computer oder Medizin im Jahr 2020 aussehen könnten. Grundlage für seine Ausführungen seien Interviews mit 150 führenden Wissenschaftlern, erklärte Kaku. Als Technologien der Zukunft erläuterte er die Nano- und die Biotechnologie, Bereiche, in denen auch Kärnten enorme Chancen habe. Kärnten punktet für den Physiker vor allem durch gut ausgebildete, motivierte Arbeitskräfte, eine gut entwickelte Infrastruktur, Ost-West und Nord-Süd Verbindungen sowie die Unterstützung von Regierung und Politik. Kärnten sei auch perfekt platziert, um das Potential der Regionen Osteuropas zu erobern, wo es im Vergleich mit dem Westen kaum Infrastruktur gebe. Kaku führte weiters fünf umzusetzende Punkte für eine erfolgreiche Zukunft Kärntens an: niedrige Steuern, billige Grundstücke, die Verbindung von Tourismus und Hightech, eine führende Universität sowie das Anwerben von internationalen Top-Fachkräften.

Die Notwendigkeit, auf gut ausgebildete, kreative Menschen zurückgreifen zu können, strich auch Horst Schmidt-Bischoffshausen vom EADS-Konzern hervor. Phantasie sei ebenso wichtig, wie Wissen, meinte er. Zudem würden Hightech und Innovation auf Forschung und Entwicklung beruhen. Wichtig seien weiters Flexibilität und die Fähigkeit, kontinuierlich zu lernen. Ein großer Vorteil Kärntens ist für Schmidt-Bischoffshausen der "Nukleus Lakesidepark und Universität Klagenfurt".

"Zukunftsforschung verbindet das Denkbare mit dem Möglichen und Wünschenswerten", definierte der Vordenker Peter H. Mettler. Er referierte zum Thema "Entwerfen und Gestalten positiver Zukunftsperspektiven statt vorhersagender Prognostik für Regionen". In diesem Sinne führte er Fragen an, die sich jede Region stellen müsse. U.a. gehe es dabei um Profil und Visionen der Region, deren optimale Größe, das Vorhandensein wirtschaftlicher Zugpferde oder die Verbesserung der regionalen kollektiven Intelligenz.

Dass man die Zukunft gestalten kann, betonte auch der Vorstand der Hypo Alpe-Adria-Bank, Wolfgang Kulterer. Durch den Wegfall des Eisernen Vorhanges sei vieles möglich geworden, Kärnten könne im Umkreis von 200 Kilometern 13 Mio. Menschen und im Umkreis von 400 Kilometern 90 Mio. Menschen erreichen. Zudem sei Kärnten einer der hochwertigsten Lebensräume Zentraleuropas. Die Bank, die aus dem Land heraus sehr stark geworden sei, setze hier auch viele Impulsprojekte um.

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